Vier von sechs in den Tschad umgesiedelte Nashörner verendet

7.11.2018 9:33 Uhr

Nach einer katastrophal fehlgeschlagenen Umsiedlung von Spitzmaulnashörnern in Kenia ist auch der Großteil von im Tschad angesiedelten Exemplaren verendet.

Vier der sechs Spitzmaulnashörner, die im Mai aus Südafrika in den Zakouma-Nationalpark im Tschad gebracht worden waren, seien tot, teilte die Umweltschutzorganisation African Parks am Dienstag mit. Keines der Tiere sei von Wilderern getötet worden.

Die Spitzmaulnashörner waren im Mai 4800 Kilometer weit von Südafrika in den Tschad geflogen worden. Während des Flugs wurden sie von einem Team von Tierärzten betreut.

Bereits vergangenen Monat waren die Kadaver von zwei der Tiere entdeckt worden, nun wurden zwei weitere Exemplare tot gefunden.Zur Untersuchung der Todesfälle wurden Blut-, Gewebe- und Stuhlproben an ein Labor in Südafrika geschickt, wie African Parks mitteilte.

Bislang gebe es keine Hinweise, dass die Nashörner an einer Infektion oder giftigen Pflanzen gestorben seien. In den Blutproben wurden Trypanosomen, von der Tsetsefliege übertragene Parasiten, nachgewiesen. Diese werden aber nicht als Todesursache angenommen.Vielmehr legten die geringen Fettreserven der verendeten Nashörner nahe, dass diese nicht gut an ihren neuen Lebensraum angepasst gewesen seien, hieß es weiter in der Erklärung der Organisation, die in Afrika zahlreiche Tierparks betreibt und die Umsiedlung zusammen mit den Behörden von Südafrika und dem Tschad geplant hatte.

Weitere Untersuchungen des Hirns und der Rückenmarksflüssigkeit könnten womöglich neue Erkenntnisse über die Todesumstände der Tiere bringen.Nashörner sind vom Aussterben bedroht, insbesondere weil sie wegen ihres Horns von Wilderern gejagt werden. In ganz Afrika leben weniger als 25.000 Nashörner in freier Wildbahn, darunter nur 5000 Spitzmaulnashörner.

Im Tschad war das letzte wild lebende Spitzmaulnashorn 1972 gesichtet worden.Im Sommer waren in Kenia alle elf Spitzmaulnashörner verendet, die kurz zuvor aus dem Nairobi-Nationalpark und dem Nakuru-See-Nationalpark wurden in den Ost-Tsavo-Nationalpark gebracht worden waren. Als Todesursache wurde in einem vorläufigen Bericht ein überhöhter Salzgehalt in der Wasserquelle ihres neuen Lebensraums festgestellt. Die Umsiedlung war erfolgt, obwohl es Bedenken hinsichtlich der Eignung des neuen Lebensraums gegeben hatte.

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