epa/Rolando Enriquez

Vier Tote seit Beginn der Demonstrationen

11.10.2019 12:48 Uhr

Vier Demonstranten sind bei regierungskritischen Kundgebungen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito getötet worden. Das teilte Innenministerin María Paula Romo am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz mit. Demnach starb ein Demonstrant bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, zwei Jugendliche fielen von einer Brücke.

Ein regionaler Führer der indigenen Völker Ecuadors sei bei einem Sturz gestorben, sagte Romo. Zuvor hatte die Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE) mitgeteilt, der Mann sei von einer Tränengasgranate am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden.

Polizisten mussten Leichnam in die Halle tragen

Die Leiche des Mannes namens Inocencio Tucumbí wurde in einem Kulturzentrum in Quito aufgebahrt. Mehrere Polizisten wurden von indigenen Demonstranten dazu gezwungen, den Sarg in die Halle zu tragen. Die Regierung des Präsidenten Lenín Moreno verlangte die Freilassung der Beamten, die Demonstranten entsprachen dieser Forderung schließlich. Ein Fernseh-Journalist wurde beim Verlassen des Kulturzentrums durch einen Steinwurf am Kopf verletzt.

Abgesehen von dem tödlichen Zwischenfall am Mittwoch war die Großkundgebung der CONAIE gegen die Erhöhung der Spritpreise zunächst größtenteils friedlich verlaufen. Bei Einbruch der Dunkelheit kam es jedoch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die indigenen Völker protestieren - wie auch Gewerkschaften und Studenten - gegen die Streichung von Subventionen, die die Treibstoffpreise niedrig hielten.

Die Regierung Morenos hatte die Maßnahme beschlossen, um im Rahmen der Auflagen für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds den Staatshaushalt zu sanieren. Nach einer Woche anhaltender Proteste bot sie an, einen Teil des gesparten Geldes zu investieren, um die Agrarwirtschaft in den Gebieten der indigenen Völker zu unterstützen. Die CONAIE besteht jedoch darauf, die Subventionen wieder aufzunehmen und den von der Regierung verhängten Ausnahmezustand aufzuheben.

(an/dpa)

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