afp

Vier Jahre Sperre für Klosterhalfens "Chef" Salazar

1.10.2019 11:26 Uhr

Wegen Dopingverstößen ist der umstrittene Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar von der US-Anti-Doping-Behörde USADA für vier Jahre gesperrt worden. Der 61 Jahre alte US-Amerikaner ist Chefcoach des Nike Oregon Projects, dem auch die deutsche Weltklasse-Mittelstrecklerin Konstanze Klosterhalfen angehört.

Die 22-Jährige aus Leverkusen, die am Mittwoch bei der WM in Doha über 1500 oder 5000 m antritt, wird in den USA allerdings selbst von Coach Pete Julian trainiert. Der US-Leichtathletikverband USATF hat als erste Reaktion den Entzug der Akkreditierung Salazars für die WM in die Wege geleitet."Ich bin schockiert über dieses Ergebnis. Das Oregon Project hat niemals Doping geduldet und wird es niemals dulden. Ich werde Einspruch einlegen und nach vorne blicken", sagte Salazar: "Während dieser sechsjährigen Untersuchung haben meine Athleten und ich eine ungerechte, unethische sowie äußerst schädigende Behandlung durch die USADA erfahren. Dies belegt schon die von Travis Tygart (USADA-Chef, d. Red.) veröffentlichte irreführende Aussage, dass wir das Gewinnen über die Gesundheit der Athleten stellen. Das ist völlig falsch."

Salazars bekanntesten Schützlinge

Zu Salazars bekanntesten Schützlingen gehören der viermalige britische Olympiasieger Mo Farah und der zweimalige Olympia-Medaillengewinner Galen Rupp (USA). Die Sperre des gebürtigen Kubaners ist das Ergebnis vierjähriger Untersuchungen. Ebenso für vier Jahre wurde der Endokrinologe Jeffrey Brown, der zahlreiche Athleten Salazars behandelt hatte, aus dem Verkehr gezogen.

Die USADA lobte bei der Verkündung der Sperre die Mitarbeit von Sportlern. "Sie hatten die Courage, auszupacken und die ultimative Wahrheit zu enthüllen", sagte USADA-Chef Tygart. Salazar und Brown hätten bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project gezeigt, "dass gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlbefinden der Sportler, die sie geschworen haben zu beschützen."

Das Nike Oregon Project

2017 hatte die russische Hacker-Organisation Fancy Bears verschiedenen Medien einen USADA-Untersuchungsbericht über das Nike Oregon Project zugespielt. Neben Farah und Rupp gehörte unter anderem auch 1500-m-Olympiasieger Matthew Centrowitz (USA) dazu. Salazar wird in dem Bericht beschuldigt, auf gefährliche Weise die Leistung seiner Athleten gesteigert zu haben. Demnach sei es "nahezu sicher", dass der frühere Marathon-Star gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen habe. Sowohl Farah als auch Salazar hatten jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin ein sauberer Athlet, habe niemals die Regeln gebrochen", hatte Farah in einer Stellungnahme mitgeteilt. Der Brite trainiert seit 2017 nicht mehr bei Salazar, dafür aber die Niederländerin Sifan Hassan, die bei der WM in Doha Gold über 10.000 gewonnen hatte.

Klosterhalfen trainiert seit November 2018 in den USA, sie gehört dem Nike Oregon Project offiziell seit April an. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte ihre Entscheidung respektiert. Dem aufkommenden Misstrauen begegnet Klosterhalfen offensiv-verständnisvoll. "Wer negativ darüber redet, soll sich vor Ort ein eigenes Bild machen", sagte Klosterhalfen. Sie verweist auf optimales und innovatives Training, beste Bedingungen für die Athleten, ein Rundum-Sorglos-Paket eben: "Oregon war ein wichtiger Schritt, ein Glücksfall für mich."

(gi/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.