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Viele Festnahmen nach Protesten in Algerien gegen Bouteflikas

23.2.2019 13:23 Uhr

Mehr als 20.000 Menschen gingen am Freitag in Algerien auf die Straßen, um ihren Unmut über die mittlerweile fünfte Kandidatur von Präsident Abdelaziz Bouteflika auszudrücken. Dabei gab es dutzende Festnahmen wegen angeblicher Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Vandalismus. Den Berichten nach sind 41 Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden.

Trotz eines seit 2001 geltenden Demonstrationsverbots in der Hauptstadt Algier seien 5000 Menschen auf die Straße gegangen. Den Angaben zufolge wurden allein dort 38 Menschen festgenommen. In Algier hatte es auch Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Als die Menge versuchte, zum Präsidentenpalast vorzudringen, wurde sie von einem Polizeikordon und mit Tränengas zurückgedrängt. Die Demonstranten schleuderten Steine und andere Wurfgeschosse auf die Sicherheitskräfte. Die überwiegend jungen Demonstranten rissen ein Porträt Bouteflikas von einer Häuserfassade und forderten auch den Rücktritt von Ministerpräsident Ahmed Ouyahia.

Soziale Probleme und Korruption sorgen für Konfliktpotenzial

Der gebrechliche 81-jährigen Bouteflika hat sich seit einem Schlaganfall 2013 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er will bei der Wahl am 18. April erneut kandidieren. Ouyahia versicherte, Bouteflikas Gesundheit sei "kein Hindernis" bei der Erfüllung seiner präsidialen Pflichten. Am Sonntag will Bouteflika zu "medizinischen Routine-Checks" in die Schweiz reisen. In dem autoritär geführten Maghreb-Staat gibt es trotz des Ölreichtums große soziale Probleme, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Korruption grassiert. Zwar kündigte Bouteflika Reformen an, als der Arabische Frühling 2011 die Region erschütterte. Menschenrechtsgruppen kritisieren aber weiterhin eine Unterdrückung von Opposition und Medien.

(ce/afp)