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VfB Stuttgart steigt in die 2. Liga ab

27.5.2019 22:41 Uhr

Es war eine verrückte Relegation des VfB Stuttgart gegen Union Berlin. Die Hauptstädter haben die Schwaben in ein Tal der Tränen und in die 2. Liga gestürzt. Union verteidigte mit Mann und Maus das torlose Remis vor heimischem Publikum und hatte dank der beiden Auswärtstore beim 2:2 im Schwabenland am Ende die Nase vorne. Die Stuttgarter müssen zum dritten Mal ins fußballerische Unterhaus absteigen und Union Berlin darf sich in der Zukunft mit dem FC Bayern München oder mit Borussia Dortmund messen.

Union Berlin hat sich endlich den Traum vom ersten Bundesliga-Aufstieg erfüllt und den VfB Stuttgart in die zweite Liga gestürzt. Den "Eisernen" reichte in einem hektischen und umkämpften Relegationsrückspiel vor eigenem Publikum mit reichlich Pyro-Nebel nach einer beherzten Abwehrleistung ein 0:0, um nach dem 2:2 im Hinspiel als 56. Verein in die Fußball-Bundesliga einzuziehen.

Der VfB Stuttgart muss nach 1975 und 2016 zum dritten Mal in der Klubgeschichte aus dem Oberhaus absteigen und sieht schwierigen Zeiten entgegen. Bei Union war der Jubel nach dem Abpfiff groß, in den letzten acht Jahren landeten die Köpenicker in der zweiten Liga immer unter den Top-Ten, für den Sprung auf einen der ersten drei Plätze hatte es aber erstmals in dieser Saison gereicht.

Schnelles Tor des VfB nach Videobeweis aberkannt

Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei sorgten beide Fanlager mit dem Abbrennen von Pyrotechnik immer wieder für Aufregung und mahnende Stadiondurchsagen. Die Teams zeigten sich unbeeindruckt. Der VfB übernahm zunächst die Initiative und sorgte für den ersten Aufreger. Ex-Nationalspieler Dennis Aogo (8.) schlenzte den Ball per Freistoß ins Tor, doch Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) entschied nach Videobeweis auf Abseits. Nicolas Gonzales hatte sich zwischen Mauer und Union-Keeper Rafal Gikiewicz postiert. Die Routiniers Holger Badstuber (30) und Aogo (32) waren beim VfB überraschend in die Startelf gerückt.

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In der 20. Minute mussten die Gäste eine Schrecksekunde überstehen. Ozan Kabak blutete und musste länger behandelt werden, nachdem er mit Nebenmann Badstuber zusammengeprallt war. Beide Innenverteidiger konnten schließlich weitermachen - allerdings nur mit Turban. Der unglückliche Zusammenprall wirkte sinnbildlich, Stuttgart agierte vorsichtiger, hatte Mühe im Spielaufbau und erlaubte sich viele Abspielfehler.

Kabak und Badstuber hielten verletzt und blutend durch

Union hatte Mitte der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, konnte aber keine zwingenden Torchancen herausspielen. Badstuber und Kabak hatten Unions Spitze Sebastian Andersson trotz ihres ungewollten Kopfschmucks gut im Griff, Unions Mittelfeldspieler trauten sich zu selten in den gegnerischen Strafraum. Vom VfB war auch länger nichts zu sehen. Erst kurz vor der Halbzeit gab Steven Zuber wieder ein Lebenszeichen der Stuttgarter Offensive, seinen Weitschuss konnte Unions Keeper Gikiewicz noch abwehren. Das Spiel blieb aber intensiv, die Stimmung explosiv, Unions Anhänger feuerten ihre Mannschaft durchgehend mit Sprechchören an. Zur Halbzeit gab es Applaus.

Stuttgarts Interimstrainer Nico Willig musste zur zweiten Halbzeit ein Zeichen setzten und brachte Ex-Nationalspieler Mario Gomez. Kurz darauf kam auch Daniel Didavi, der wegen muskulärer Probleme zunächst auf der Bank gesessen hatte. Union blieb aber gefährlich, Suleiman Abdullahi traf binnen kürzester Zeit gleich zweimal den Pfosten (65. und 66.). Unions Fans hatten ihrer Mannschaft vor dem Anpfiff einen besonderen Empfang geboten. Als der Bus zum Stadion mit den Spielern vorfahren wollte, bildeten mehrere hundert Fans ein Spalier mit brennenden Bengalos. Die Stuttgarter Fans antworteten zum Anpfiff ebenfalls mit einer beeindruckenden Pyro-Demonstration.

(ce/afp)

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