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Verteidigungsministerin von der Leyen beendet Mali-Besuch in Gao

13.11.2018 16:49 Uhr

Ein Selbstmordanschlag im nordmalischen Gao hat den Besuch von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der Stadt überschattet.

Die Ministerin besuchte am Dienstag Bundeswehrsoldaten der Minusma-Mission; gemeinsam mit ihrer französischen Kollegin Florence Parly informierte sich von der Leyen über die Lage in dem Konfliktgebiet. Bei dem Anschlag auf eine für die UNO tätige Nichtregierungsorganisation waren am Montagabend in Gao mindestens zwei Menschen getötet worden.Von der Leyen (CDU) verurteilte während ihres Besuchs im Camp Castor am Dienstag den "brutalen" Anschlag. Nach jüngsten Informationen der Bundeswehr wurden bei dem Anschlag zwei Menschen getötet und mindestens 30 weitere verletzt. Auch französische Sicherheitskreise sprachen von rund 30 Verletzten. Laut Krankenhausangaben waren zehn Kinder unter den Verletzten.

Ein Selbstmordattentäter näherte sich demnach mit einem Auto um 19.12 Uhr (Ortszeit) dem Gebäude der NGO, die für die Vereinten Nationen Minen räumt. Dort habe er seine Bombe gezündet.Die malische Regierung hatte am Montag zunächst von drei getöteten Zivilisten und zwei Verletzten gesprochen. Ein westlicher Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AFP, vier ausländische Mitarbeiter eines Minenräumunternehmens seien bei der Attacke verletzt worden. Dabei handle es sich um zwei Kambodschaner, einen Südafrikaner und einen Simbabwer. Sie arbeiten demnach für ein Unternehmen im Auftrag des Minenräumdienstes der Vereinten Nationen (Unmas).Zu dem Anschlag bekannte sich die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete islamistische Gruppe JNIN. Ihren Angaben zufolge richtete sich der Anschlag gegen "deutsche, britische und kanadische Truppen".

"Bitter und traurig"

Von der Leyen nannte es "bitter und traurig", dass malische Zivilisten und "viele Kinder" Opfer des Anschlag geworden seien. "Um so wichtiger ist es, dass wir nicht nachlassen, an der Seite Malis zu stehen", betonte die Ministerin. Parly sprach von dem "Preis, den die Zivilbevölkerung entrichtet" habe.Im Norden Malis überlagert sich der Konflikt mit Dschihadisten mit ethnischen Konflikten, organisierter Bandenkriminalität und Schleusern. Die Minusma-Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen dient der Friedenssicherung in Mali. Minusma soll dabei helfen, die 2015 geschlossene Waffenruhe einzuhalten und Vertrauen zwischen den Konfliktparteien aufzubauen. Sie soll zudem den Wiederaufbau staatlicher Autorität und des Sicherheitssektors im gesamten Land unterstützen. An der Friedensmission beteiligen sich derzeit mehr als 50 Länder mit insgesamt rund 11.000 Blauhelmsoldaten. Die Mission steht aktuell unter schwedischem Kommando. Die Blauhelm-Soldaten werden immer wieder Ziel von Angriffen. Derzeit sind rund 850 Bundeswehrsoldaten an Minusma beteiligt. Der Mali-Einsatz gilt als der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr.Hauptaufgaben der deutschen Soldaten sind die Aufklärung, Beobachtung und Mitwirkung am Gesamtlagebild. Daneben zählen unter anderem Führungs- und Beratungstätigkeiten und sowie Lufttransport und -betankung zu den Aufgaben der Truppe. Der Großteil des deutschen Kontingents ist im Camp Castor in Gao stationiert.Daneben wird die malische Armee durch die EU-Ausbildungsmission EUTM unterstützt und beraten. Die malischen Sicherheitskräfte sollen in die Lage versetzt werden, die Souveränität, Sicherheit und Stabilität des Landes zu gewährleisten. Die Führung der EUTM war am Montag an Deutschland übergeben worden.

(be/afp)