EPA/Armando Babini

Versum wehrt sich gegen Übernahme durch Merck

28.2.2019 19:41 Uhr

Um eine Übernahme durch den Pharmakonzern aus Darmstadt, Merck, zu erschweren hat der amerikanische Halbleiterkonzern Versum mehrere Hürden aufgebaut. Der Vorstand des Konzerns habe einen zeitlich begrenzten Aktionärsrechteplan verabschiedet, um "die faire und sichere Behandlung aller Versum-Anteilseigner voranzutreiben", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Tempe (Arizona) mit. Dies solle sicherstellen, dass keine Person oder Unternehmensgruppe Kontrolle über Versum zum Nachteil aller übrigen Anleger erlangen könne.

Konkret tritt der Plan in Kraft, wenn ein Käufer die Schwelle von 12,5 Prozent aller Aktien überschreitet. Dann dürften alle Aktionäre neu ausgegebene Versum-Papiere zum halben Marktwert kaufen. Der Käufer, der die Schwelle überschreite, sei hingegen von der Möglichkeit der vergünstigten Aktienkäufe ausgeschlossen. Der Plan, der bis Ende August laufen soll, würde damit eine Übernahme erschweren, da der Aktienanteil des Käufers so sinkt.

Mercks "unerbetenes" Angebot

Merck hatte am Mittwoch 5,9 Milliarden Dollar in bar (knapp 5,2 Mrd. Euro) für Versum geboten und war somit in einen Bieterwettbewerb eingestiegen: Die Amerikaner hatten schon Ende Januar mit dem US-Spezialchemiekonzern Entegris eine Fusion per Aktientausch vereinbart. Den vier Milliarden Dollar schweren Deal möchte Merck übertrumpfen und Versum bis Jahresende übernehmen. Mit dem größten Zukauf seit Jahren will Merck seine Materialsparte stärken.

Versum hatte zunächst verhalten auf die Avancen aus Deutschland reagiert: Mercks "unerbetenes" Angebot solle mit Hilfe unabhängiger Finanz- und Rechtsberater vom Verwaltungsrat geprüft werden. Man glaube aber weiter, dass die geplante Fusion mit Entegris strategisch und finanziell Sinn mache. Von den Kaufabsichten von Merck hatten die Amerikaner bis zur Verkündung nichts gewusst.

(an/dpa)

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