epa/Michele Tantussi

Verständnis für Bauernproteste

23.10.2019 8:02 Uhr

Anton Hofreiter, der Fraktionschef der Grünen, hat die bundesweiten Bauern-Proteste als Ergebnis einer "jahrzehntelang verfehlten Agrarpolitik" bezeichnet. "Viele Bäuerinnen und Bauern stehen schlicht mit dem Rücken zur Wand, weil sie nicht mehr von dem leben können, was sie produzieren", sagte Hofreiter am Dienstag in Berlin.

Deswegen könne er verstehen, dass sie massiv protestieren.

Die verfehlte Agrarpolitik habe dafür gesorgt, dass die Kluft zwischen der industriellen Landwirtschaft und der Gesellschaft immer größer geworden sei. "Was wir brauchen, ist eine Agrarpolitik, die dafür sorgt, dass die Bäuerinnen und Bauern leben können von ihren Produkten und die auf der anderen Seite Klima, Artenvielfalt, Grundwasser und Tiere nicht weiter massiv beschädigt oder unter Druck setzt", sagte der Biologe.

Hofreiters Dialogangebot an die Bauern

Hofreiter lud die Landwirte zu einem Dialog ein. Eine Agrarpolitik, die Klima und Umwelt schütze, könne nicht gegen die Bauern gemacht werden, sagte er.

Tausende Bauern wollten am Dienstag in zahlreiche Städte fahren und mit ihren Traktoren protestieren. Die Proteste richten sich gegen die Pläne der Bundesregierung unter anderem für mehr Natur- und Tierschutz in der Landwirtschaft und zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat, das etwa durch Überdüngung in den Boden gelangt.

(an/dpa)

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