imago images / Uwe Steinert

Verschwundene Mutter mit Kind vermutlich abgetaucht

17.10.2019 20:49 Uhr

Ist das, was zuerst als möglicher Mordfall an einer Mutter und ihrem achtjährigen Sohn vermutet wurde, doch "nur" ein Fall, wo sich die Verschwundene einer drohenden Haftstrafe entziehen wollte und sich darum mit ihrem Kind abgesetzt hat? Seit Sonntag findet im Watt vor Brunsbüttel die Suche nach der vermissten Frau und ihrem Sohn statt. Doch es verdichten sich die Verdachtsmomente, dass die Frau mit ihrem Sohn mit unbekanntem Ziel "abgetaucht" ist.

Die Ermittler gehen mittlerweile von einem gezielten Verschwinden der Frau aus ihrem Lebensumfeld aus. Die 41-Jährige habe zuvor ihr Konto und das ihres Sohnes leergeräumt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Zudem habe sie beim Verschwinden am Sonntag ihre kompletten Ausweispapiere dabei gehabt. Ihren Wagen hatte sie bereits einige Tage zuvor verkauft.

Erweiterter Suizid gilt als immer unwahrscheinlicher

Zudem hätte die Frau einen Tag nach ihrem Abtauchen eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten antreten müssen. Grund waren nach Polizeiangaben mehrere Betrugsdelikte. Außerdem meldete sich am Donnerstag ein Zeuge bei der Polizei. Er gab an, die Frau habe ihm vor einigen Tagen Sachen verkaufen wollen und dabei erwähnt, dass sie sich absetzen wolle.

Ein Suizid in der Elbe werde durch diese Fakten immer unwahrscheinlicher, teilten die Beamten weiter mit. Der Aufenthaltsort von Mutter und Sohn ist weiter unbekannt. Das Handy der Frau ist abgeschaltet. Rettungskräfte hatten die großangelegte Suche auf der Elbe und an den Ufern im Watt vor Brunsbüttel am Dienstag eingestellt. Eine junge Frau hatte die Behörden am Sonntagabend eingeschaltet, weil die Frau und ihr Kind mit der Ankündigung einer Selbsttötung über den Elbdeich in Richtung Wasser gegangen seien. Laut Feuerwehr handelte es sich dabei um eine 19 Jahre alte Tochter der Vermissten.

(ce/dpa)

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