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Verlegt Honduras seine Botschaft nach Jerusalem?

2.1.2019 15:27 Uhr

Ob Honduras seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen soll diskutiert das Land mit Israel und den USA. Bei einem Treffen in Brasilien vereinbarten Honduras' Präsident Juan Orlando Hernández, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag einen "Aktionsplan", der neben weiteren Treffen auch "Fortschritte" bei der Eröffnung von Botschaften in Jerusalem und in Honduras' Hauptstadt Tegucigalpa vorsieht, wie das US-Außenministerium mitteilte.

Das Treffen fand am Rande der Amtseinführung des neuen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, in der Hauptstadt Brasília statt. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und im Mai die US-Botschaft dorthin verlegt. Kurz darauf verlegte auch Guatemala seine Botschaft. Auch Bolsonaro hatte im Wahlkampf einen Umzug der brasilianischen Botschaft nach Jerusalem angekündigt.

Jerusalem Zankapfel im Nahost-Konflikt

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Sowohl Israel als auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt für sich - Israel die gesamte Stadt, die Palästinenser den Ostteil Jerusalems. Wegen des ungeklärten Status der Stadt war es lange Zeit diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaft nicht in Jerusalem ansiedeln.

Neben der Botschaftsverlegung wurden bei dem Treffen in Brasília auch andere Themen besprochen. Die drei Länder vereinbarten einer gemeinsamen Erklärung zufolge, ihre "politischen Beziehungen" auszubauen und bei der "Entwicklung von Honduras" zusammenzuarbeiten.

Präsident Hernández erklärte, Honduras, die USA und Israel seien nun "strategische Verbündete" in den Bereichen Entwicklung und Sicherheit. Hernández sagte, er habe mit Netanjahu gemeinsame Projekte in den Bereichen Bewässerung, Landwirtschaft und Bildungsinnovationen und bei der Öffnung des honduranischen Kaffeemarktes vereinbart.

USA haben keine Botschaft in Tegucigalpa

Honduras zählt zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Mitte Oktober waren in Honduras 5000 Migranten aus Zentralamerika aufgebrochen, die vor Armut und Gewalt in ihren Heimatländern fliehen und in die USA gelangen wollen. 1500 von ihnen harren noch in der mexikanischen Stadt Tijuana an der Grenze zu Kalifornien aus. US-Präsident Donald Trump will die illegale Einwanderung unterbinden und eine Grenzmauer bauen.

Die USA haben in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa bisher keine Botschaft, sondern nur ein Konsulat. Um die diplomatischen Beziehungen kümmert sich der US-Botschafter im Nachbarland Guatemala.