Symbolbild: epa/STR

Verhaltener Optimismus in Doha

8.7.2019 15:19 Uhr

Teilnehmern zufolge gibt es bei der afghanischen Friedenskonferenz Anlass zur Hoffnung. Zu dem Treffen in der Hauptstadt des Golfstaates Katar sind Vertreter der radikalislamischen Taliban sowie Afghanen aus Politik, Gesellschaft und verschiedenen Regionen des Landes eingeladen worden.

Mehrere afghanische Medien berichteten, dass an einer gemeinsamen Abschlusserklärung der von Deutschland und Katar ausgerichteten sogenannten "innerafghanischen Dialogkonferenz" gearbeitet werde. Die seit Sonntag laufende Konferenz wird als wichtiger Schritt in Richtung Friedensgespräche gesehen.

Allein das Zustandekommen sei ein Erfolg

Manche Beobachter werteten alleine das Zustandekommen des Treffens bereits als Erfolg. Es gab Befürchtungen, die Taliban würden im letzten Moment ihre Teilnahme zurückziehen oder den Raum verlassen, wenn sie etwa bestimmte Angehörige der Kabuler Regierung sehen. Die Liste der rund 60 Teilnehmer war vorab nicht bekannt.

Die Taliban lehnen bisher offizielle Gespräche mit der Regierung in Kabul ab. Sie betrachten diese als Marionette des Westens. Daher nehmen in Doha die Teilnehmer als Privatpersonen teil.

Der Afghanistan-Experte Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network sagte, es gebe viel Gepäck und fehlendes Vertrauen auf allen Seiten. Doha sei daher eine Chance, Misstrauen abzubauen und sich darauf zu konzentrieren, nach welchem Modus und mit welchen Themen Friedensgespräche möglich sein könnten. "Aber mit einer Konferenz wird es nicht getan sein", sagte Ruttig.

Um den Konflikt in Afghanistan beizulegen, laufen intensive diplomatische Bemühungen. Seit Juli 2018 führen die USA direkte Gespräche mit Taliban-Vertretern. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban zur Terrorismusbekämpfung. Gleichzeitig wird versucht, innerafghanische Friedensgespräche zwischen den Taliban und Kabul in die Wege zu leiten.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.