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Vergeltung der Chinesen? - Todesurteil für kanadischen Drogenschmuggler

14.1.2019 18:43 Uhr

Wegen Drogenschmuggels wurde der Kanadier Robert Lloyd vor einem chinesischen Gericht am Montag zum Tode verurteilt. Das Urteil hat auch vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen Kanadas zu China Brisanz.

Details zum Urteil wollte das Gericht in der nordostchinesischen Provinz Liaoning später mitteilen. Der Kanadier Robert Lloyd Schellenberg war im November zunächst zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Der Konfrontationskurs zwischen Kanada und China

Kanada und China befinden sich seit Wochen politisch auf Konfrontationskurs. Auslöser dafür war Anfang Dezember die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada. Der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei wird in den USA Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen.

In China werden seitdem zwei Kanadier festgehalten, denen vorgeworfen wird, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die "die nationale Sicherheit gefährden". Manche Kritiker werten die Inhaftierungen als chinesische Vergeltung für das Vorgehen gegen die Chinesin.

Beide Regierungen haben sich gegenseitig aufgefordert, ihre Landsleute wieder auf freien Fuß zu setzen. In China drohen überführten Drogenschmugglern entweder lange Haftstrafen oder die Todesstrafe.

(gi/dpa)