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Verfassungsgericht der Türkei erklärt Haft von Yücel für rechtswidrig

28.6.2019 22:53 Uhr

Der Türkei-Korrespondent der "Welt", Deniz Yücel, befand sich zwischen Februar 2017 und Febraur 2018 exakt ein Jahr in türkischer Untersuchungshaft. Das Verfassungsgericht in Ankara, das der Rechtsbeistand von Yücel, Veysel Ok, wegen der Inhaftierung konsultiert hatte, stellte nun fest, dass die Untersuchungshaft von Deniz Yücel rechtswidrig gewesen sei. Man habe mit der Inhaftierung das Recht auf persönlicher Freiheit von Deniz Yücel verletzt. Die Haftgründe und auch die spätere Anklage hätten auf Übersetzungsfehlern vom Deutschen ins Türkische basiert. Ihm wurde ein Schadenersatz von rund 3.800 Euro zugesprochen.

Das Verfassungsgericht in Ankara hat die Untersuchungshaft des ein Jahr in der Türkei inhaftierten "Welt"-Reporters Deniz Yücel für rechtswidrig erklärt. Das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit sei verletzt worden, urteilten die Richter, wie aus der am Freitag im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorging.Zudem erhalte Yücel einen Schadenersatz von 25 000 Türkischen Lira (rund 3800 Euro). Eine getrennte Schadenersatzklage laufe aber noch, sagte Yücels Anwalt, Veysel Ok, der Deutschen Presse-Agentur. Dazu stehe die Entscheidung noch aus.

Yücel saß ein Jahr ohne Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis, zeitweise in Einzelhaft. Erst im Februar 2018 kam Yücel nach politischem Tauziehen zwischen Berlin und Ankara frei und durfte ausreisen. Gleichzeitig wurde Anklage wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung erhoben. Der Prozess gegen den Journalisten wird am 16. Juli in Istanbul fortgesetzt.

(dpa)

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