Imago/Agencia EFE

Venezuelas Parlamentspräsident festgenommen

13.1.2019 17:32 Uhr

Der venezolanische Parlamentspräsident Juan Guaidó wurde am Sonntag festgenommen. Nach Angaben seiner Frau wurde Guiadó von Geheimdienstmitarbeitern abgeführt. Am Freitag hatte er zu Massenprotesten gegen Maduro aufgerufen.

Der Parlamentspräsident des von der Opposition gehaltenen Parlaments, Juan Guaidó, wurde nach Angaben seiner Frau und von Parlamentsmitgliedern am Sonntag von Mitarbeitern des Geheimdienstes abgeführt, als er auf dem Weg zu einer Versammlung außerhalb der Hauptstadt Caracas war. Zuvor hatte das Parlament für den 23. Januar zu Massenprotesten gegen den umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro aufgerufen. Das Parlament habe verfassungsmässig das Recht, einen unrechtmäßigen Machthaber wie Maduro zu stürzen und eine Übergangsregierung einzusetzen. Ob die Verhaftung mit den Aufrufen zu tun hat, ist noch nicht bekannt.

Maduro tritt zweite Amtszeit an

Der Linksnationalist Maduro hatte am Donnerstag offiziell seine zweite Amtszeit angetreten. Amtlichen Ergebnissen zufolge war er im vergangenen Mai mit 68 Prozent der Stimmen bis 2025 wiedergewählt worden. Der größte Teil der Opposition hatte die Wahl boykottiert und erkennt das Ergebnis ebenso wenig an wie die EU, die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder.

Dem 56-jährigen Nachfolger des 2013 verstorbenen Hugo Chávez wird vorgeworfen, seit Jahren die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Maduro hat durch eine verfassunggebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet. Vorangegangen waren 2017 monatelange Proteste der Opposition, in deren Verlauf 125 Menschen getötet wurden.