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Venezuela schließt die Grenze zu Brasilien

21.2.2019 18:45 Uhr

Die venezolanische Regierung will die geplante Hilfslieferungen aus den USA nicht ins Land lassen. Im Konflikt um die Humanitäe Hilfe schottet sich Venezuela weiter gegen die Außenwelt ab. Nachdem der Krisenstaat gestern sämtliche Häfen für ausländische Schiffe gesperrt hat, geht er heute noch weiter: Venezuela schließt seine Grenze zu Brasilien.

Staatspräsident Nicolas Maduro verkündete am Donnerstag nach einem Treffen mit Armeechefs die Schließung der Grenze zu Brasilien "bis auf Weiteres". Zuvor hatte die Regierung bereits Grenzübergänge nach Kolumbien mit quergestellten Containern blockiert. Die Regierung will verhindern, dass von den USA bereit gestellte und von der Opposition geforderte Hilfslieferungen ins Land gelangen.

Guaidos Konvoi in Richtung der kolumbianischen Grenze

Die humanitäre Hilfe für Venezuela ist zum Spielball im Machtkampf zwischen Präsident Nicolas Maduro und der Opposition geworden. Der Oppositionsführer und selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaido hat der Regierung eine Frist bis Samstag gesetzt, um mehrere Tonnen hauptsächlich von den USA zur Verfügung gestellte Medikamente und Lebensmittel ins Land zu lassen, die bisher in Kolumbien blockiert sind.

Maduro weigert sich jedoch kategorisch, US-Hilfen anzunehmen. Er sieht diese als Vorwand und Täuschungsmanöver, um den Boden für eine US-geführte Militärintervention zu bereiten. Der inzwischen von rund 50 Staaten, darunter auch Deutschland, als Übergangspräsident anerkannte Guaido brach am Donnerstag mit einem Konvoi von Caracas aus in Richtung kolumbianische Grenze auf, um die Hilfslieferungen ins Land zu holen.

Benefizkonzert "Venezuela Aid Live"

Zuvor hatte Guaido bekräftigt, die Hilfslieferungen würden auch gegen den Widerstand der Regierung ins Land gelangen: "Die humanitäre Hilfe wird reinkommen, egal was passiert - über das Meer oder auf dem Landweg", sagte er. Wie genau der Übergangspräsident dies durchsetzen will, sagte er allerdings nicht.

In ihrem Kräftemessen planen derweil beide Seiten Großkonzerte an der kolumbianischen Grenze. Auf Initiative des britischen Virgin-Chefs und Milliardärs Richard Branson soll am Freitag in Cucuta auf der kolumbianischen Seite das Benefizkonzert "Venezuela Aid Live" stattfinden, bei dem Spenden für die venezolanische Bevölkerung gesammelt werden sollen.

Auftreten sollen internationale Stars wie Alejandro Sanz und Miguel Bose aus Spanien, Juan Luis Guerra aus der Dominikanischen Republik, Juanes und Carlos Vives aus Kolumbien und der durch den Hit "Despacito" bekannte Puertoricaner Luis Fonsi.

(sis/afp)