epa/Miraflores Press

Venezuela: Maduro droht mit einem lateinamerikanischen Vietnam

30.1.2019 13:57 Uhr

Vor einem militärischen Eingreifen in Venezuela hat nun Staatschef Nicolas Maduro gewarnt. "Lassen wir kein Vietnam in Lateinamerika zu", sagte er in einer "an das amerikanische Volk" gerichteten Videobotschaft, die am Mittwoch auf Facebook veröffentlicht wurde. Sein Land sei das Ziel eines Medien- und Psycho-Krieges. Jeden Tag würden Bilder und Nachrichten erfunden.

"Es ist eine Kampagne vorbereitet worden, um einen von der Regierung Donald Trumps vorbereiteten, finanzierten und aktiv unterstützten Staatsstreich in Venezuela zu rechtfertigen", ergänzte Maduro in dem rund vier Minuten langen Film, auf den er am Mittwoch auch auf Twitter verwies. Dort bittet er die US-Bevölkerung um Unterstützung gegen eine Einmischung des US-Präsidenten.

Der sozialistische Staatschef verglich die Lage mit der vor dem Irakkrieg 2003, als die USA angebliche Massenvernichtungswaffen in den Händen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein als Grund für einen Angriff nannten. Solche Waffen wurden aber nie gefunden.

Ziel sei das Öl

"Da sie für ein Eingreifen nicht erfinden können, dass Venezuela und Maduro Massenvernichtungswaffen haben, erfinden sie nun jeden Tag ein Bild oder eine Nachricht, um als Meute eine Intervention in Venezuela zu rechtfertigen", sagte er. Das eigentliche Ziel sei es, das Erdöl und andere Rohstoffe Venezuelas zu kontrollieren. "Sollten die USA vorhaben, bei uns zu intervenieren, werden sie ein schlimmeres Vietnam erleben, als sie es sich hätten vorstellen können", warnte Maduro.

Mit seinen Worten spielte Maduro auf die US-Rolle im Vietnamkrieg an, der als Stellvertreterkrieg während des Kalten Krieges angesehen wurde und 1975 endete. Neben Millionen Vietnamesen kamen in dem Konflikt auch Zehntausende US-Soldaten ums Leben.

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung Maduros und dem von den USA und zahlreichen anderen Ländern unterstützten Parlamentschef Juan Guaidó, der sich vergangenen Mittwoch zum Übergangspräsidenten erklärt hatte.

(an/dpa)

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