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Venezuela: Maduro bittet Papst um Hilfe

4.2.2019 22:49 Uhr

Niemand geringeres als Papst Franziskus soll in der Krise in Venezuela vermitteln, so die Idee des Präsidenten Maduro. In einem am Montag in Caracas geführten Interview mit dem italienischen Fernsehsender SkyTG24 sagte Maduro, er habe dem Oberhaupt der katholischen Kirche geschrieben, dass er der "Sache Jesu" diene. In diesem Sinne habe er den Papst gebeten, beim Prozess des Dialogs zu helfen.

Die Regierungen Mexikos und Uruguays, alle Regierungen der Gemeinschaft Karibischer Staaten (Caricom)und die Regierung Boliviens hätten sich für eine Konferenz des Dialogs am kommenden Donnerstag ausgesprochen, fügte Maduro hinzu. Er äußerte die Hoffnung, dass sich der Papst unterstützend einbringen werde.

Am kommenden Donnerstag trifft sich in Montevideo auf Ministerebene erstmals die von der EU gebildete internationale Kontaktgruppe zur Wahl eines neuen Präsidenten in Venezuela. Der Kontaktgruppe gehören die acht EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Portugal Schweden und Spanien an, außerdem Bolivien, Costa Rica, Ecuador und Uruguay.

Italienische Regierung gespalten

Ein gutes Dutzend EU-Mitgliedsländer sprachen mittlerweile Venezuelas oppositionellem Parlamentspräsidenten und selbsternanntem Interimsstaatschef Juan Guaidó das Recht zu, eine Präsidentschaftswahl zu organisieren. Italien gehört nicht dazu. Die populistische Koalitionsregierung in Rom blockierte am Montag auch eine gemeinsame Erklärung der EU zur Venezuela-Frage. Während die fremdenfeindliche Lega klar gegen Maduro ist, lehnen Vertreter der Fünf-Sterne-Bewegung die Unterstützung für den Konservativen Guaidó ab.

Alessandro Di Battista, eine der Führungsfiguren der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, erklärte: "Das Maß der Demokratie, das man in ein Land exportieren will, ist immer direkt proportional zur Menge des Öls, das man dort findet." Es brauche "Mut, um neutral zu bleiben".

Italiens starker Mann, Innenminister und Vizeregierungschef Matteo Salvini von der Lega-Partei, sprach sich dagegen für eine "Rückkehr zur Demokratie" in Venezuela aus. "Denn alle kommunistischen Regime müssen vom Erdboden gefegt werden", fügte er hinzu.

(an/afp)