Venezuela: Heiko Maas kritisiert Ausweisung des Botschafters

6.3.2019 22:51 Uhr

Die Entscheidung Venezuelas den deutschen Botschafter auszuweisen ist in Berlin auf unverständnis gestoßen. Bundesaußenminister Heiko Maas nannte die Maßnahme "unverständlich".

Dies verschärfe die Lage und trage nicht zur Entspannung bei, erklärte Maas am Mittwoch. Botschafter Daniel Kriener leiste "in Caracas, auch gerade in den letzten Tagen, hervorragende Arbeit". Er habe Kriener zu Konsultationen "zurück nach Hause" gerufen.

Caracas hatte den deutschen Botschafter zuvor wegen der Einmischung in Venezuelas interne Angelegenheiten zur Persona non grata erklärt und ihn angewiesen, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen.

Deutschland erkennt Guaido an

Kriener hatte den selbsternannten venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó bei dessen Rückkehr nach Caracas am Montag zusammen mit anderen europäischen Botschaftern und Unterstützern auf dem Flughafen begrüßt. Deutschland erkennt den oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaidó als Übergangspräsidenten an, ebenso wie inzwischen mehr als 50 Länder. Die europäische Unterstützung für Guaidó sei "ungebrochen", erklärte Maas.

In Venezuela tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen Guaidó und dem linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro. Letzterer hatte dem Oppositionsführer mit seiner Festnahme gedroht, da dieser trotz eines Ausreiseverbots am 23. Februar das Land verlassen hatte.

(an/afp)