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Uterus-Karzinom: Krebsrisiko jenseits der Menopause

4.2.2019 14:36 Uhr

Gastbeitrag von Doz. Dr. Yaşar Bilgin

Die Gebärmutter, lateinisch Uterus, und die Eierstöcke zählen zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Abhängig von der Körpergröße ist die Gebärmutter zwischen sieben und neun Zentimetern groß und wiegt zwischen 50 und 60 Gramm.

Vor der Pubertät ist sie deutlich kleiner. Bei einer Schwangerschaft wächst die Gebärmutter und bildet sich nach der Entbindung wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurück. Sie besteht aus drei Teilen, dem Gebärmutterhals, Isthmus und Gebärmutterkörper, die sich aus den drei Schichten Schleimhaut, Muskulatur und Bindegewebe zusammensetzen. Die Vorderwand der Gebärmutter liegt an der Harnblase, die Hinterwand grenzt an den Mastdarm.

In 90 Prozent aller Fälle entsteht eine Krebserkrankung durch eine Gewebeneubildung der Schleimhaut. Nur 10 Prozent der Krebserkrankung gehen vom Bindegewebe oder der Muskulatur aus. Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Neubildungen von Krebs bei Frauen und tritt zu 85 Prozent bei Frauen jenseits der Menopause auf. Lediglich fünf Prozent der Frauen sind bei der Erkrankung jünger als 40 Jahre. Jährlich erkranken in Deutschland rund 11000 Frauen an einem Uterus-Karzinom. Von 100000 Frauen erkranken 24 während ihres Lebens an einem Uterus-Karzinom, die meisten Frauen erkranken dabei nach Ende der Menopause.

Überlebenschance abhängig vom Krebsstadium

Diese Krebserkrankung ist gut heilbar, da sie meistens frühzeitig festgestellt wird. 90 Prozent der erkrankten Frauen überleben die folgenden fünf Jahre nach einer frühen Diagnosestellung. Dabei ist dies vom Krebsstadium abhängig. Die Symptome, die auftreten, sind Blutungen bei Frauen nach der Menopause oder eitrige und blutige Ausflüsse. Bei noch gebärfähigen Frauen können eine verlängerte oder stärkere Menstruation und Unterleibsschmerzen eventuell auf eine Erkrankung hinweisen. Die meisten Blutungen sind allerdings nicht krebsbedingt und es können auch andere Gründe für die Beschwerden verantwortlich sein. Man sollte dies von einem Facharzt abklären lassen.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Der Arzt kann durch eine Ultraschalluntersuchung und durch eine Gewebeentnahme, die histologisch untersucht wird, feststellen, ob eine Erkrankung vorliegt. Bei einer Erkrankung erfolgen weitere Untersuchungen durch eine CT- oder MRT-Aufnahme und so kann die Art und das Ausmaß des Krebses dargestellt werden. Über die Art der Therapie entscheiden dann die Fachärzte aufgrund der vorliegenden Ergebnisse. Sie besteht aus operativen Eingriff, Chemotherapie und evtl. Bestrahlungen.

Ursachen und Risikofaktoren

Als Ursachen für eine Krebserkrankung nimmt man das Vorliegen von Risikofaktoren, wie Übergewicht, Nikotin- und Alkoholgenuss, Bewegungsarmut und den Einfluss des Hormons Östrogen an. Unabhängig ob äußerlich zugeführt oder durch den Körper selbst produziert, hat Östrogen einen Einfluss auf eine mögliche Erkrankung. So hat man beobachtet, dass die Einnahme der Antibabypille die Häufigkeit einer Erkrankung verringert, ebenso wenn man früh in die Pubertät kam und die Menopause erst später eintrat. Auch Schwangerschaften scheinen vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen.

Übergewichtige erkranken häufiger

Jede Stimulation der Uterusschleimhaut durch das Hormon Östrogen fördert eine Erkrankung. So erkranken auch übergewichtige Frauen häufiger, da sie meist einen höheren Östrogenspiegel haben. Eine Darmkrebserkrankung verfünffacht das Risiko an einem Uterus-Karzinom zu erkranken. Ebenso erhöht eine Brustkrebserkrankung die Wahrscheinlichkeit von einem Gebärmutterkrebs. In der Schleimhaut können auch gutartige Polypen entstehen. Diese Polypen können entarten und so zur Entstehung von Krebs führen. Aus diesem Grund sollte man sie von einem Facharzt rechtzeitig entfernen lassen.

Doz. Dr. Yaşar Bilgin
Türkisch - Deutsche Gesundheitsstiftung