epa/Department of Defence US

USA wollten schon lange aus dem INF-Vertrag aussteigen

20.8.2019 18:38 Uhr

Die USA haben den Ausstieg aus dem INF-Abrüstungsvertrag von langer Hand geplant. Davon geht Russland aus und als Beleg dient der Test eines neuen US-Marschflugkörpers.

Solche Tests zeigten, dass die Amerikaner von Anfang an daran gearbeitet hätten, das Abkommen zu untergraben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Präsident Wladimir Putin sehe darin auch einen Beweis, dass nicht Russland, sondern die USA Schuld seien am Aus des Abkommens.

Ähnlich äußerte sich auch der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow. Es sei unmöglich gewesen, ausschließlich in der Zeit vom 2. bis 19. August solche Forschungsprojekte durchzuführen.

Russland solle den INF verletzt haben

Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt.

Das Pentagon in Washington hatte am Montag mitgeteilt, dass der Marschflugkörper von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden sei und sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht habe. Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen. Das Abkommen untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz bodengesteuerter ballistischer Raketen und Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern.

Kossatschow sieht in dem neuen Marschflugkörper auch eine Gefahr für Russland. «Egal, wo diese Systeme in Zukunft stationiert werden - in Asien oder Europa -, sie werden unser Land erreichen können», sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im russischen Oberhaus. «Sie stellen daher eine direkte militärische Bedrohung für unser Land dar.» Das habe nicht nur Konsequenzen für die USA, sondern auch für die Länder, die das System künftig bei sich stationierten.

(an/dpa)

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