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USA: Verkauf von Raketenabwehrsystem an Saudi-Arabien

29.11.2018 11:24 Uhr

Inmitten des Streits um die US-Unterstützung für Saudi-Arabien im jemenitischen Bürgerkrieg hat Washington den Weg für ein strategisch bedeutsames Waffengeschäfte mit Riad im Wert von 15 Milliarden Dollar (13 Mrd. Euro) frei gemacht. Die US-Regierung stimmte dem Verkauf von 44 Abschussrampen sowie von Raketen des Flugabwehrsystems Terminal High-Altitude Air Defense System (THAAD) an Saudi-Arabien zu, wie US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf das US-Außenministerium berichteten. Demnach wurde die Vereinbarung am Montag unterzeichnet.

THAAD des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin kann angreifende Kurz- und Mittelstreckenraketen in bis zu 150 Kilometern Höhe abfangen. Das THAAD-System ist darauf angelegt, Raketen in der Eintrittsphase in die Atmosphäre zu zerstören. Anders als andere Abwehrsysteme ist THAAD ist mit einem sehr leistungsfähigen Radar (inklusive Frühwarnsystem) ausgestattet und hat eine Reichweite von über 190 km. Allerdings ist das System bei Drohnen, Marschflugkörper und Flugzeugen wirkungslos.

Das modernste Abfangsystem der USA wurde bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Südkorea verkauft.Es wurde ebenfalls in Guam stationiert und würde in einem militärischen Konflikt mit Pjöngjang eine wichtige Rolle spielen.

Im seit dreieinhalb Jahren andauernden Krieg im Jemen haben die Huthi-Rebellen Kurzstreckenraketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Das Königreich führt eine Militärkoalition, die mit Luftangriffen die jemenitische Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekämpft. Washington liefert den Saudis dafür unter anderem Waffen, Munition und Geheimdiensterkenntnisse.

Allerdings wächst im US-Parlament der Unwillen über den Jemenkrieg, der katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung hat. Nach der Ermordung des saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat von Istanbul sind die Gegner einer Hilfe an die Saudis erstarkt. Am Mittwoch stimmte der Senat dafür, kommende Woche über eine Resolution zu debattieren, die Präsident Donald Trump zum Ende der Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemenkrieg zwingen könnte.

Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere abzuholen - und kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien gestand nach massivem internationalen Druck, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das Königshaus beteuert, nichts davon gewusst zu haben. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob der Kronprinz Mohammed bin Salman hinter dem Mord stand.

(an/dpa)

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