epa/Shawn Thew

USA: Trump nennt eigene Geheimdienste "naiv"

30.1.2019 20:42 Uhr

Sind die amerikanischen Geheimdienste im Fall des Irans ahnungslos? Das behauptet zumindest US-Präsident Donald Trump. "Die Leute beim Geheimdienst scheinen extrem untätig und naiv zu sein, was die Bedrohung durch den Iran angeht. Sie liegen falsch!", schrieb er am Mittwoch auf Twitter.

Seit er aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen sei, sei das Land anders, stelle aber noch immer eine mögliche Bedrohung dar. Trump verwies dabei auf Raketentests Teherans. Spöttisch fügte er hinzu, dass die Geheimdienstler "vielleicht wieder zur Schule gehen sollten".

Trump reagierte damit offensichtlich auf eine Aussage des US-Geheimdienstkoordinators Dan Coats, wonach der Iran momentan nicht an einer Nuklearwaffe arbeite. "Wir glauben nicht, dass der Iran derzeit die Schlüsselaktivitäten unternimmt, von denen wir glauben, dass sie für den Bau einer nuklearen Waffe notwendig sind", hatte Coats vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats erklärt.

#ThatAwkwardMoment

Der Geheimdienstkoordinator widersprach damit Trump und Außenminister Mike Pompeo. Beide hatten Informationen als glaubhaft bezeichnet, dass der Iran den Bau einer Atomwaffe nie aufgegeben habe. Die Erkenntnisse waren Teil der Grundlage für die Entscheidung Trumps, die Beteiligung der USA am Atomabkommen mit dem Iran zu beenden.

Der iranische Außenminister machte sich auf Twitter über die Differenzen zwischen Trump und dem Geheimdienst lustig. Es sei peinlich, wenn der eigene Geheimdienst dem Präsidenten, den Kriegstreibern in dessen Regierung und Israel widerspreche, twitterte Mohamed Dschawad am Mittwoch. Trump hätte im Zusammenhang mit dem Iran - und dem Wiener Atomabkommen von 2015 - von Anfang an auf die ehemalige US-Regierung, die Europäische Union und die UN hören sollen, so der iranische Chefdiplomat unter dem Hashtag #ThatAwkwardMoment.

(an/dpa)

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