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USA stehen fest zur Nato

17.1.2019 20:35 Uhr

"Zu hundert Prozent" stehe die USA hinter der Nato. Dies versicherte nun US-Präsident Donald Trump. Zugleich bekräftigte der Präsident am Donnerstag bei einer Rede im Pentagon seine Forderung nach einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Nato-Partner.

"Wir können nicht die Idioten der anderen sein", wiederholte er seinen Vorwurf, andere Mitglieder der Militärallianz ließen sich von den USA beschützen, ohne selbst genug zu tun.

Trump soll laut einem Anfang der Woche veröffentlichten Bericht der "New York Times" im vergangenen Jahr mehrfach erwogen haben, aus der Nato auszutreten. Vor seinem Amtsantritt Anfang 2017 hatte er die Militärallianz "überflüssig" genannt.

Krieg der Sterne

Trump wollte bei der Rede im Verteidigungsministerium eine neue Raketenabwehr-Strategie seines Landes vorstellen. Die Präsentation kommt zwei Wochen vor Ablauf eines US-Ultimatums an Russland zur nachweisbaren Einhaltung des INF-Abrüstungsvertrages. Trump stellt die Ergebnisse einer 2017 in Auftrag gegebenen Analyse zur US-Raketenabwehr vor. Dabei geht es um neue Bedrohungsszenarien und die Entwicklung neuer Technologien zum Abfangen von Raketen.

Auszüge aus dem mehr als 80-seitigen Dokument der US-Raketenabwehr-Agentur MDA wurden bereits im Voraus öffentlich gemacht. Demnach sehen die USA unter anderem die Bestrebungen Russlands und Chinas, Überschallraketen zu entwickeln, als Bedrohung an. Solche Raketen sind mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit unterwegs und können während ihres Flugs ihre Richtung ändern. Sie sind deswegen nur sehr schwer abzufangen.

Die USA setzen dem Dokument zufolge unter anderem auf Weltraum-basierte Abwehrsysteme. So könnte eine Art Drohne mit Raketen ausgestattet und auf eine Erdumlaufbahn gebracht werden, um von dort aus mögliche Überschallraketen abzuschießen.

(an/afp)