epa/US Department of Justice

USA sollen beschlagnahmten Frachter zurückgeben

14.5.2019 22:10 Uhr

Wegen Verstößen gegen Sanktionen haben die USA ein nordkoreanisches Frachtschiff beschlagnahmt. Nun fordert Pjöngjang seine Herausgabe. Das Außenministerium in Pjöngjang warf den USA am Dienstag vor, mit der Beschlagnahme den "Geist der gemeinsamen Erklärung" ihres Gipfeltreffens vom 12. Juni 2018 zu leugnen.

"Die USA sollten über die Konsequenzen nachdenken, die ihr abscheuliches Verhalten für die künftigen Entwicklungen haben können, und das Schiff sofort zurückgeben", wurde ein Sprecher zitiert. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Illegaler Verkauf von Kohle

Die US-Regierung hatte am vergangenen Donnerstag erklärt, sie habe die in Nordkorea registrierte "Wise Honest" sichergestellt. Mit ihr sollen illegal Kohle aus Nordkorea verschifft und schwere Maschinerie in das isolierte Land transportiert worden sein. Das Schiff wurde US-Angaben zufolge zunächst im April 2018 von indonesischen Behörden festgesetzt, woraufhin die US-Justiz eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahmung ausstellte. Der Frachter wurde zu Inspektionen nach Amerikanisch-Samoa in den südlichen Pazifik gebracht.

Der Vorfall stellt eine weitere Belastung der Beziehungen dar. Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Februar in Vietnam sind die Verhandlungen über die atomare Abrüstung Nordkoreas festgefahren. Bei seinem ersten Treffen mit Trump vor einem Jahr hatte sich Kim zur "kompletten Denuklearisierung" bereiterklärt. Doch fehlen bis heute konkrete Zusagen, bis wann das Land seine Atomwaffen abrüsten will. Zuletzt hatte Nordkorea erneut Raketen getestet. Die Tests wurden auch als Ausdruck des Unmuts wegen der Weigerung der USA verstanden, die Sanktionen zu lockern.

(an/dpa)