dpa

USA senden 500 Soldaten nach Kuweit

1.1.2020 9:57 Uhr

Nachdem "Demonstranten" - irangestützte Milizen - die US-Botschaft gestürmt haben, entsenden die USA 500 Soldaten nach Kuweit. Doch der Weg wird für die Soldaten wohl nicht dort enden.

Sie würden "sehr wahrscheinlich" anschließend weiter in den Irak verlegt, sagte in der Nacht zum Mittwoch ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP.

Am Dienstag hatten Demonstranten das Gelände der US-Botschaft in Bagdad gestürmt. Einige Stunden danach war bereits ein Hubschrauber mit US-Marineinfanteristen auf dem Botschaftsgelände gelandet, um das US-Personal zu schützen.

Trump droht dem Iran

US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran wegen des Angriffs auf die Botschaft mit Vergeltungsmaßnahmen. Teheran werde für mögliche Verluste von Menschenleben oder entstandene Schäden in den US-Einrichtungen "vollständig zur Verantwortung gezogen".

"Sie werden einen sehr hohen Preis zahlen! Dies ist keine Warnung, es ist eine Drohung", schrieb der US-Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter an die Adresse Teherans. "Frohes Neues Jahr!" fügte er hinzu. Bereits zuvor hatte Trump dem Iran vorgeworfen, den den Angriff auf die US-Botschaft zu "steuern".

Aus Protest gegen einen US-Luftangriff auf pro-iranische Milizen im Irak hatten tausende Demonstranten das Botschaftsgelände gestürmt. Sie riefen "Tod Amerika", forderten den Abzug der US-Truppen im Irak, warfen Steine, verbrannten US-Flaggen und rissen Überwachungskameras aus den Wänden.

62 Verletzte

Als die Demonstranten weiter gewaltsam vorrückten, umstellten irakische Sicherheitskräfte das Gebäude. Dann durchbrachen hunderte Kämpfer und Anhänger der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Miliz das Tor in der Außenwand des Botschaftsgeländes. US-Sicherheitskräfte auf dem Gelände feuerten Schüsse, Tränengas und Blendgranaten ab, um die Demonstranten zu vertreiben. Nach Angaben der Hasched-al-Schaabi-Miliz wurden 62 Menschen verletzt.

Ein Teil der Demonstranten zog sich dann bis zum Abend von dem Gelände zurück. Mehrere hundert Menschen wollten jedoch in Zelten auf dem Gelände die Nacht verbringen.

Angriffe auf pro-iranische Hisbolla-Brigaden

Hintergrund der Eskalation sind die US-Luftangriffe auf die pro-iranischen Hisbollah-Brigaden, bei denen am Sonntag 25 Kämpfer und Kommandeure getötet worden waren.

Die Hisbollah-Brigaden sind Teil der überwiegend schiitischen Hasched-al-Schaabi-Milizen, die 2014 für den Kampf gegen die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gebildet worden waren. Heute sind die Hasched-al-Schaabi-Milizen offiziell in die irakischen Streitkräfte integriert, viele Einheiten haben aber ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Mit ihren Luftangriffen hatte die US-Armee auf den Tod eines US-Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt im Irak reagiert. Bei dem Angriff im nordirakischen Kirkuk waren mehr als 30 Raketen abgefeuert worden.

(be/afp)

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