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USA schicken weiteres Kriegsschiff in den Nahen Osten

11.5.2019 15:09 Uhr

Läuft im Iran-Konflikt alles auf ein militärisches Vorgehen hinaus? Seitens der USA wurde die Flottenstärke im Nahen Osten verstärkt, um notfalls ein schnelles Eingreifen gewährleisten zu können. Die Botschaft, die mit der starken Militärpräsenz der USA an das Mullah-Regime in Teheran überbracht wurde, ist deutlich und unmissverständlich.

Im Konflikt mit dem Iran haben die USA ihre Militärpräsenz im Nahen Osten verstärkt: Wegen der erhöhten Gefahr eines iranischen Angriffs würden ein weiteres Kriegsschiff und ein Flugabwehrraketensystem in die Region verlegt, teilte das US-Verteidigungsministerium am Freitag in Washington mit. Erst vor einigen Tagen hatten die USA den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und mehrere B-52-Langstreckenbomber dorthin geschickt.

Militärpräsenz wird nachhaltig erhöht

Nun folgen laut Pentagon das Kriegsschiff "USS Arlington", das unter anderem Marineinfanteristen und Amphibienfahrzeuge an Bord hat, sowie ein Raketenabwehrsystem des Typs Patriot. Die USA reagierten damit auf "Hinweise erhöhter iranischer Bereitschaft zu Angriffseinsätzen gegen US-Truppen und unsere Interessen", hieß es. Genauere Angaben wurden nicht gemacht. Das Verteidigungsministerium beobachte die Aktivitäten der Regierung in Teheran weiterhin sehr genau. Die USA seien nicht auf einen Konflikt mit dem Iran aus, seien aber bereit, sich zu verteidigen. Vor einer Woche hatte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, die Verlegung des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" und einer Bomberstaffel in den Nahen Osten als eine "klare und unmissverständliche Botschaft" an Teheran bezeichnet. Der Flugzeugträger passierte am Donnerstag nach Angaben von ägyptischen Behörden den Suez-Kanal.

Das Oberkommando für die US-Truppen in Nahost und Afghanistan, Centcom, teilte am Freitag beim Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die B-52-Langstreckenbomber seien am Mittwoch im Einsatzgebiet eingetroffen. Der Ort wurde nicht genannt. Bolton hatte als Grund für die Verlegung "eine Reihe beunruhigender und eskalierender Hinweise und Warnungen" Teherans genannt. Die Regierung in Washington machte aber keine genaueren Angaben. Das brachte ihr den Vorwurf ein, die Spannungen in der Region unnötig anzuheizen. Der Iran nahm die Entsendung der "USS Abraham Lincoln" gelassen. Der Sprecher des iranischen nationalen Sicherheitsrates, Kajwan Chosrawi, sprach von einem "ungeschickten Versuch" Boltons, ein "bereits bekanntes Vorkommnis" für "psychologische Kriegsführung zu nutzen".

Iran spielt das gefährliche Spiel mit

Teheran hatte vor wenigen Tagen angekündigt, einige Auflagen aus dem Atomabkommen von 2015 nicht mehr einzuhalten. Die USA verhängten kurz darauf neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft. Vor einem Jahr war Washington einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau von Atomwaffen hindern soll. Die USA wollten keinen Konflikt mit dem Iran austragen, seien aber "bereit" die eigenen Truppen und Interessen in der Region zu verteidigen, sagte Trump am Donnerstag. Trotz der Spannungen signalisierte der US-Präsident Gesprächsbereitschaft. Dafür erwarte er jedoch einen Anruf der Führung in Teheran.

(ce/afp)