epa/Yuri Kochetkov

USA: Russland soll Verhaftung von mutmaßlichen Spion erklären

2.1.2019 16:06 Uhr

Russland müsse dringend die Festnahme eines US-Amerikaners wegen des Verdachtes der Spionage aufklären, fordert nun die Regieurng in Washington. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Mittwoch am Rande eines Besuches in Brasilien, man hoffe darauf, innerhalb der nächsten Stunden konsularischen Zugang zu Paul Whelan zu bekommen.

Die US-Regierung wolle erfahren, was dem Mann vorgeworfen werde. Wenn seine Inhaftierung nicht rechtmäßig sei, werde man seine sofortige Freilassung verlangen.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte den Mann in Moskau unter Spionageverdacht festgenommen. Der Mann sei auf frischer Tat "bei einem Akt der Spionage" ertappt worden, teilte der FSB am Montag mit. Nähere Angaben zu den Umständen wurden nicht gemacht. Die Festnahme sei bereits am 28. Dezember erfolgt. Bei einer Verurteilung drohten dem Mann zwischen 10 und 20 Jahre Haft, hieß es in der FSB-Mitteilung, aus der die Agentur Tass zitierte.

Bruder hält ihn nicht für einen Spion

Der Bruder des Mannes, David Whelan, sagte am Mittwoch dem US-Fernsehsender CNN, er halte es nicht für möglich, dass sein Bruder ein Spion sei. Dieser sei wegen einer Hochzeit in Moskau gewesen.

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist derzeit so schlecht wie seit den Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr. In Washington steht derzeit die russische Studentin Maria Butina als Agentin vor Gericht. Sie soll im Auftrag russischer Stellen versucht haben, Einfluss auf politische Organisationen in den USA zu nehmen.

(an/dpa)