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USA: Libanon soll syrischen Geheimdienstchef ausliefern

6.3.2019 20:08 Uhr

Der Libanon soll den Chef des syrischen Geheimdienstes an Deutschland ausliefern. Das haben nun die USA gefordert. Das Außenministerium in Washington erklärte am Dienstag, die Vereinigten Staaten würden "jede Entscheidung der libanesischen Regierung begrüßen, die eine rechtmäßige Auslieferung des syrischen Generals Dschamil Hassan an Deutschland begünstige, in Einklang mit einem entsprechenden Auslieferungsgesuch Deutschlands".

Hassan ist Leiter des Luftwaffengeheimdienstes, der nach Berichten syrischer Opfer die Verantwortung für die systematische Folterung einer großen Zahl mutmaßlicher Gegner von Präsident Baschar al-Assad tragen soll. "Der deutsche Generalbundesanwalt hat gegen den General im Juni 2018 einen Haftbefehl ausgestellt", heißt es in der Mitteilung des US-Außenministeriums weiter. Offiziell haben dies bislang weder der Generalbundesanwalt noch das Auswärtige Amt bestätigt. Hassan soll in den vergangenen Monaten mehrfach zur medizinischen Behandlung im Libanon gewesen sein.

Zwei Syrer in Rheinland-Pfalz festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hatte im Februar in Berlin und Rheinland-Pfalz zwei Syrer festnehmen lassen. Anwar R. soll als hochrangiger Mitarbeiter des Allgemeinen Geheimdienstes an Folterungen beteiligt gewesen sein. Eyad A. soll Deserteure, Demonstranten und "sonstige verdächtige Personen" in das von Anwar R. geleitete Gefängnis gebracht haben.

(an/dpa)