Michael Kappeler/dpa

USA fordern deutsche Bodentruppen in Syrien

7.7.2019 10:34 Uhr

US-Präsident Donald Trump sagte im Dezember 2018, er wolle die kompletten US-Truppen aus Syrien abziehen. Der IS sei besiegt. Zur Stabilisierung der Lage und zur Unterstützung der inländischen Truppen vor Ort soll nun doch ein gewisses US-Kontingent im Nordosten des Landes verbleiben. Nun verhandeln die USA mit den Partnern der Anti-IS-Koalition, die aus 80 Ländern besteht, zu denen auch Deutschland gehört, unter anderem Bodentruppen zur Ausbildung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unter kurdischer Leitung zu entsenden. Eine Rückantwort der Bundesregierung wird seitens der USA noch im Juli erwartet.

Die USA fordern deutsche Bodentruppen für den Einsatz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Bürgerkriegsland Syrien. Der US-Sonderbeauftragte für Syrien und die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, hat die Bundesregierung darum gebeten, die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Landes mit Ausbildern, Logistikern und technischen Hilfskräften der Bundeswehr zu unterstützen. "Wir wollen von Deutschland Bodentruppen, um unsere Soldaten teilweise zu ersetzen", sagte Jeffrey der Deutschen Presse-Agentur und der "Welt am Sonntag". Die Antwort der Bundesregierung erwartet er noch im Juli.

400 US-Soldaten bleiben in Syrien

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember angekündigt, die rund 2000 amerikanischen Soldaten aus Nordost-Syrien abzuziehen. Sie unterstützen dort das oppositionelle Militärbündnis SDF, dem die Kurdenmiliz YPG aber auch andere Rebellengruppen angehören. Im März hatten SDF-Einheiten die letzte IS-Bastion in Syrien eingenommen. Die Dschihadisten sind aber weiter im Untergrund aktiv.

Die USA haben zwar inzwischen angekündigt, doch bis zu 400 Soldaten in Nordost-Syrien lassen zu wollen, um die Sicherheit in den Kurdengebieten zu stabilisieren. Sie bemühen sich aber gleichzeitig um Unterstützung ihrer Verbündeten aus der Anti-IS-Koalition, der 80 Länder angehören - darunter Deutschland. Am Freitag war Jeffrey in Berlin, um für sein Anliegen zu werben. "Wir suchen hier und unter den anderen Koalitionspartnern Freiwillige, die mitmachen wollen", sagte der Sondergesandte nach seinen Gesprächen. "Wir glauben, dass wir am Ende Erfolg haben werden."

Deutschland ist an der Anti-IS-Koalition bisher mit "Tornado"-Aufklärungsflugzeugen, einem Tankflugzeug und Ausbildern im Irak beteiligt. Die Flugzeuge operieren von Jordanien aus. Eigentlich sollte ihr Einsatz am 31. Oktober auslaufen. Bei einem Irak-Besuch hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) Anfang Juni aber deutlich gemacht, dass die Bundesregierung nun doch zu einer Verlängerung bereit ist. Die Entscheidung liegt aber beim Bundestag, der frühestens im September darüber beraten wird.

(dpa)

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