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USA: 6,6 Millionen neue Arbeitslose wegen Corona-Krise

9.4.2020 15:38 Uhr

Verheerende Arbeitslosenzahlen und ein gigantisches Hilfsprogramm der US-Notenbank: In den USA werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise immer dramatischer. In der vergangenen Woche meldeten sich 6,6 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit haben binnen drei Wochen fast 17 Millionen Menschen in den USA ihren Job verloren. Die US-Notenbank Fed legte ein Notfallprogramm in Höhe von 2,3 Billionen Dollar auf.Die Pandemie hat die Wirtschaftsaktivität in vielen Branchen weitgehend zum Erliegen kommen lassen. Zahlreiche Betriebe mussten zumindest vorübergehend schließen.

Die neuen Arbeitslosenzahlen zeigen, wie gravierend die Folgen auf den US-Arbeitsmarkt sind. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel in der vergangenen Woche aber etwas geringer aus als in der Vorwoche: Gab es in der vergangenen Woche 6,61 Millionen Erstanmeldungen, waren es zuvor 6,87 Millionen. Noch eine Woche vorher waren es rund 3,3 Millionen gewesen.Allerdings könnte die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen noch höher sein: Die Behörden sind angesichts der Vielzahl an Erstmeldungen vollkommen überlastet. Viele Arbeitslose haben deswegen Schwierigkeiten, ihren Antrag einzureichen.

Hilfsprogramm der US-Notenbank

Als Reaktion auf die Krise legte die US-Notenbank Fed ein 2,3 Billionen Dollar (2,1 Billionen Euro) schweres Notfallprogramm auf. Damit sollten Unternehmen und Kommunen unterstützt werden, teilte die Federal Reserve in Washington mit. Zentralbank-Chef Jerome Powell erklärte, die wirtschaftliche Erholung müsse "so kräftig wie möglich" sein. "Die Rolle der Fed ist es, für so viel Erleichterung und Stabilität wie möglich zu sorgen." Die Fed hatte bereits Anfang März ein gewaltiges Kreditprogramm angekündigt. Zudem senkte sie den Leitzins bereits auf Null ab.

Dramatische Folgen auf die Weltwirtschaft

Die Pandemie hat dramatische Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte am Donnerstag vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression der 1920er und 1930er Jahre. "Wir erwarten die schlimmsten wirtschaftlichen Konsequenzen seit der Großen Depression", sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Selbst im besten Fall dürfte es im kommenden Jahr nur eine "teilweise Erholung" geben; es könnte aber auch "schlimmer" werden.

Es herrsche große Unsicherheit über die Dauer der Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen, sagte Georgieva. Das weltweite Wirtschaftswachstum werde in diesem Jahr klar negativ ausfallen. 170 der 180 IWF-Mitgliedstaaten dürften einen Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens erleiden.Die Regierungen müssten jetzt entschieden handeln und Unternehmen und Bürger unterstützen, mahnte Georgieva. Ansonsten würde ein Wiederanspringen der Wirtschaft zum Ende der Pandemie noch schwieriger.

(gi/afp)

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