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US-Vizepräsident Pence reist in die Türkei

15.10.2019 22:31 Uhr

Auf Geheiss des US-Präsidenten wird der US-Vizepräsident Mike Pence innerhalb der nächsten 24 Stunden in die Türkei reisen, um für eine Waffenruhe zu werben.

Pence werde "in den kommenden 24 Stunden" aufbrechen, sagte am Dienstag ein hochrangiger US-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Vordringlichstes Ziel der US-Regierung sei es, eine Waffenruhe zu erreichen und "die Lage unter Kontrolle" zu bringen.

Pence hatte am Montag bereits mitgeteilt, dass er auf Aufforderung von US-Präsident Donald Trump in die Türkei reisen werde. Er soll von Trumps Nationalem Sicherheitsberater Robert O´Brien und vom US-Gesandten für Syrien, James Jeffrey, begleitet werden. Die Türkei hatte Mitte vergangener Woche ihre lange angekündigte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen. Die US-Regierung verhängte daraufhin Sanktionen gegen die Türkei. Trump drohte, die Wirtschaft des Landes "umgehend zu zerstören, wenn die türkische Führung ihren gefährlichen und zerstörerischen Weg fortsetzt".

Erdogan entschlossen

Allerdings hatte Trump mit dem Abzug von US-Soldaten aus der Region selbst den Weg für die Offensive freigemacht. Der Abzug ihrer Verbündeten wurde von den Kurden als Verrat empfunden, nachdem sie jahrelang mit den USA gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hatten. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan ließ die USA am Dienstag wissen, dass er sich dem Druck aus Washington nicht beugen werde. "Wir werden weiter alle terroristischen Gruppen bekämpfen, inklusive IS, ob die Welt zustimmt, unsere Bemühungen zu unterstützen oder nicht", sagte der Kommunikationsdirektor im türkischen Präsidialamt, Fahrettin Altun, der Nachrichtenagentur AFP.

Westliche Länder befürchten unter anderem, dass die türkische Offensive in Syrien ein Wiedererstarken der IS-Miliz zur Folge haben könnte. Der hochrangige US-Regierungsvertreter betonte am Dienstag, dass es seit Beginn der Offensive aber "keinen größeren erfolgreichen Ausbruch" von IS-Kämpfern gegeben habe, die von kurdischen Kämpfern gefangengenommen worden waren. Damit widersprach er US-Verteidigungsminister Mark Esper. Dieser hatte der Türkei am Montag vorgeworfen, ihre Offensive habe es "vielen gefährlichen IS-Gefangenen" ermöglicht, freizukommen.

(be/afp)

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