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US-Sondergesandte reist mit Hilfslieferung an venezolanische Grenze

22.2.2019 20:39 Uhr

An Bord eines humanitären Hilfsflugs ist der US-Sondergesandte für Venezuela, Elliott Abrams, am Freitag in Richtung des kolumbianischen Grenzorts Cucuta gestartet. Abrams will sich mit Kolumbiens Präsidenten Ivan Duque und weiteren Staatschefs treffen. An Bord der US-Frachtmaschine befanden sich nach Adams' Angaben medizinische Hilfsgüter sowie Nahrungsmittel. Der US-Gesandte appellierte an das venezolanische Militär, diese "verzweifelt benötigten" Hilfen nicht zu blockieren.

Die Frachtmaschine der US-Entwicklungshilfebehörde USAID hob am Morgen (Ortszeit) vom Flughafen Homestead im US-Bundesstaat Florida ab und sollte einige Stunden später in der an der venezolanischen Grenze gelegenen Stadt eintreffen.

Abrams wollte sich in Cucuta mit dem kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque und den Staatschefs von Chile und Paraguay, Sebastian Pinera und Mario Abdo, treffen. Der Flug, mit dem Abrams reiste, war die bereits fünfte USAID-Lieferung nach Cucuta.

Buskonvoi Guaidos kam nicht weiter

Die humanitäre Hilfe für Venezuela ist zum Spielball im Machtkampf zwischen dem venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro und dem Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido geworden. Maduro will die Lieferungen nicht zulassen. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll. Guaido wiederum hat der Regierung eine Frist bis Samstag gesetzt, um die Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

Die Lage an der Grenze bei Cucuta war extrem angespannt. Ein von Guaido organisierter Buskonvoi war am Donnerstag von der venezolanischen Hauptstadt Caracas in diese Grenzregion aufgebrochen, um die ausländischen Lieferungen abzuholen. Eine dortige Grenzbrücke wurde aber von den venezolanischen Streitkräften blockiert.

Am Freitag sollte auf der kolumbianischen Seite auf Initiative des britischen Milliardärs Richard Branson ein großes Benefizkonzert zugunsten der venezolanischen Bevölkerung stattfinden. Die venezolanische Regierung wollte ein Gegenkonzert in nur knapp 300 Metern Entfernung abhalten.

US-Hilfslieferungen warten in Curacao

Die Regionalregierung der zu den Niederlanden gehörenden Karibikinsel Curacao teilte unterdessen mit, sie wolle eine dort eingetroffene private Hilfslieferung für Venezuela nicht weiter in das südamerikanische Land lassen, solange keine Genehmigung der venezolanischen Behörden vorliege.

Das Flugzeug mit Nahrung und medizinischer Hilfe war von in den USA lebenden Venezolanern nach Curacao geschickt worden, das nur rund 70 Kilometer von der venezolanischen Küste entfernt liegt. Die Organisatoren der Hilfslieferung wollen das Material per Schiff weiter nach Venezuela transportieren.

Das venezolanische Militär hatte jedoch vor einigen Tagen die Luft- und Seegrenze zu Curacao sowie den benachbarten - und ebenfalls zu den Niederlanden gehörenden Inseln - Aruba und Bonaire geschlossen. Der niederländische Außenminister Stef Blok hatte zuvor angekündigt, dass auf Curacao in Koordination mit Washington und Guaido eine Drehscheibe für die Venezuela-Hilfe eingerichtet werden solle.

(sis/afp)