Hürriyet

US-Richter ordnet teilweise Öffnung der Mordakte Khashoggi an

9.12.2020 20:53 Uhr

Am 8. Dezember hat ein Gericht in New York angeordnet, dass US-Geheimdienste anerkennen müssen, dass sie eine Aufzeichnung des Mordes an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi aus dem Jahr 2018 besitzen, berichtet Hürriyet Daily News. Das Urteil wurde von Menschenrechtsaktivisten begrüßt.

Die Richter wiesen auch die Central Intelligence Agency und das Büro des Direktors des Nationalen Geheimdienstes (ODNI) an, zu erklären, warum sie das Band und den dazugehörigen CIA-Bericht zurückhalten.

Der bekannte Journalist Jamal Khashoggi wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul erstickt und dann zerstückelt. Der Mord löste weltweit Entsetzen aus und trübte den Ruf des Königshauses Saud und den von Kronprinz Mohammed bin Salman.

"Ich habe seinen Arsch gerettet"

Die CIA kam in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass Bin Salman hinter dem Mord stecke. Dieser wurde später von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen. Gegenüber dem Journalisten Bob Woodward soll er gesagt haben: "Ich habe seinen Arsch gerettet."

Um Zugang zu den Geheimdienst-Aufzeichnungen zu erhalten, reichte die von Milliardär George Soros gegründete Open Society Justice Initiative Klage ein. Grundlage war das Gesetz über Informationsfreiheit. Zunächst wollten weder die CIA noch der ODNI die Berichte veröffentlichen.

Bundesrichter Paul Engelmayer befahl der Regierung am Dienstag innerhalb von zwei Wochen einen "Vaughn-Index" zu erstellen, in dem die zurückgehaltenen Dokumente beschrieben und ihre Geheimhaltung begründet werden.

Das Urteil ordnet zwar nicht die Offenlegung der Dokumente an, aber die Open Society Justice Initiative wertet den Befehl als "Sieg bei der Bekämpfung der beschämenden Vertuschung des Mordes durch die Trump-Regierung".

(an)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.