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US-Regierung verhängt teilweises Verbot für aromatisierte E-Zigaretten-Pods

3.1.2020 23:28 Uhr

Die US-Regierung hat eine Vielzahl aromatisierter E-Zigaretten verboten - allerdings nur jene, in denen das Liquid in Kapseln - sogenannten Pods - verdampft wird. Unter dem Druck der Zigarettenlobby wurde jedoch auf ein Komplettverbot verzichtet.

Verboten wird ab Februar der Verkauf von Patronen in allen Geschmacksrichtungen außer Tabak und Menthol, wie die zuständige Gesundheitsbehörde FDA am Donnerstag mitteilte. Mit einem Tank ausgestattete Verdampfer bleiben in allen Geschmacksrichtungen weiter erlaubt. Jugendschützer und Gesundheitsverbände kritisierten die neue Regelung.

Kein Verbot vor Angst vor Stimmverlust

Noch im September hatte die US-Regierung ein Komplettverbot sämtlicher E-Zigaretten mit Aromastoffen angekündigt. Dagegen lief die Branche Sturm und warnte US-Präsident Donald Trump vor einem Verlust von Arbeitsplätzen - und dem Verlust von Wählerstimmen bei der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr.Gesundheitsminister Alex Azar erklärte nun, der Schwerpunkt werde auf besonders bei Jugendlichen beliebte Produkte gelegt: E-Zigaretten mit Patronen - so genannten Pods - in Geschmacksrichtungen wie Frucht, Minze oder gar Bonbon. Damit solle verhindert werden, dass Jugendliche durch E-Zigaretten eine Nikotinsucht entwickelten.

Verdampfer bleiben erlaubt

Mit einem Tank ausgestattete E-Zigaretten, so genannte Verdampfer, bleiben dagegen in vollem Umfang erlaubt. Sie werden hauptsächlich in Spezialgeschäften für Erwachsene verkauft.Nie zuvor in der US-Geschichte habe sich der Missbrauch einer Substanz so schnell verbreitet wie der Konsum von E-Zigaretten durch Jugendliche, sagte Gesundheitsminister Azar. Dabei seien es die kartuschenbasierten Systeme, die für Jugendliche besonders attraktiv seien. Tank-Systeme würden dagegen "von den Kids nicht in nennenswertem Umfang genutzt". Jugendschützer und Gesundheitsverbände kritisierten die neue Regelung. Diese schaffe "ein riesiges Schlupfloch, dass den derzeitigen Tabakfirmen zugute kommen wird", sagte Matthew Myers von der Kampagne für tabakfreie Kids. Die Präsidentin des Amerikanischen Herz-Verbands, Nancy Brown, sprach von einem "großen Sieg für die (bei US-Jugendlichen besonders beliebte Marke) Juul, für Vape-Shops und den Rest der Zigarettenindustrie über die Interessen dieser Nation".

Alternative zum Rauchen?

E-Zigaretten, bei denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird, haben in den vergangenen Jahren weltweit enorm an Beliebtheit gewonnen. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 28 Prozent der High-School-Schüler höherer Jahrgänge an, in den vergangenen 30 Tagen E-Zigaretten geraucht zu haben. Während E-Zigaretten zunächst als weniger gesundheitsschädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten galten, wachsen bei Behörden die Bedenken. In den USA wurden in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten mehr als 50 Todesfälle registriert.

(be/afp)

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