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US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal

30.10.2019 20:53 Uhr

Die US-Wirtschaft boomt - doch um einen Konjunktureinbruch zu verhindern, hat die US-Notenbank ihren Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Nach der dritten Zinssenkung in Folge seit Juli liegt der Leitzins damit nun im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent, wie die Federal Reserve mitteilte.

Die Zentralbank gehe von anhaltendem Wirtschaftswachstum aus, "aber es bestehen bei dieser Prognose weiter Unsicherheiten", hieß es mit Blick auf das global schwächere Wachstum. Der Inflationsdruck sei derzeit gering.

Die US-Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, doch die Warnsignale einer bevorstehenden Abkühlung mehren sich. Der Handelskrieg mit China lastet auf der US-Konjunktur, genauso wie geringere Investitionen der Privatwirtschaft und eine Flaute im verarbeitenden Gewerbe.

Wachstum aufrechterhalten

Die Fed bemüht sich mit ihrer Geldpolitik, das nunmehr seit einem Jahrzehnt anhaltende Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Die Notenbank hatte daher nach Jahren stagnierender oder steigender Zinsen im Juli die Kehrtwende eingeleitet.

Die jüngste Zinssenkung war allgemein erwartet worden, die Reaktion der Märkte dürfte sich daher in Grenzen halten. Mit Spannung erwarteten Investoren jedoch den weiteren Ausblick der Notenbanker.

Zwei Fed-Mitglieder dagegen

In der Begründung ihrer Zinsentscheidung wählte die Zentralbank eine konservativere Sprachregelung als bisher. Die Formulierung, wonach die Zentralbank "angemessen handeln" werde, um den Aufschwung zu erhalten, fehlte in der jüngsten Stellungnahme. Die Fed erklärte, bei der Prüfung der weiteren "angemessenen" Zinsentwicklung werde die Zentralbank alle Wirtschaftsdaten genau verfolgen. Zwei Mitglieder des Zentralbankrats stimmten der Fed zufolge gegen die erneute Absenkung und wollten den Leitzins unverändert belassen.

Nach der jüngsten Zinssenkung plant die Fed zunächst keine weitere Absenkung des Leitzinses. Die gegenwärtige Haltung werde "wahrscheinlich angemessen bleiben", solange es keine unerwartete und drastische Veränderung der Wirtschaftsentwicklung gebe, erklärte Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch vor Journalisten.

Mehr Einkommen zur Verfügung

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

Die US-Wirtschaft konnte ihr Wachstumstempo im Sommer dank eines robusten Privatkonsums in etwa halten. Die weltgrößte Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent, wie Zahlen vom Mittwoch zeigten. Das war nur geringfügig weniger als das Wachstum von 2,0 Prozent, das im zweiten Vierteljahr erzielt wurde.

Anders als in Europa werden Wachstumszahlen in den USA auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. Die Wachstumszahlen aus den beiden großen Wirtschaftsräumen sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.

(be/dpa)

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