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US-Kolumnistin beschuldigt Trump, sie in den Neunzigern vergewaltigt zu haben

22.6.2019 9:28 Uhr

Die bekannte US-Kolumnistin E. Jean Carroll, die unter anderem für die Elle und den Playboy geschrieben hat und früher eine eigene TV-Sendung hatte, wirft in einem Beitrag im "New Yorker Magazine" dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, vor, sie Mitte der Neunziger in der Umkleidekabine eines Luxuskaufhauses vergewaltigt zu haben. Der Präsident weist die Vorwürfe zurück.

In ihrem Beitrag schriebt Carroll, dass sie im Herbst 1995 oder im Frühjahr 1996 in dem New Yorker Kaufhaus Bergdorf Goodmann auf den damaligen Geschäftsmann Trump getroffen sei. Nachdem die Begegnung zunächst freundlich verlaufen sei, habe Trump sie im Verlauf in eine Umkleidekabine gedrängt und sei gegen ihren Willen in sie eingedrungen. Carroll beschreibt den Vorfall äußerst detaillreich. Demnach sei sie nach der angeblichen Vergewaltigung nicht zur Polizei gegangen, habe allerdings zwei Freundinnen davon erzählt. Eine davon, eine Journalistin und regelmäßiger Gast in TV-Morgensendungen, habe bei dem Anruf immer wieder gesagt: "Er hat dich vergewaltigt. Geh zur Polizei. Ich komme mit. Wir gehen gemeinsam dorthin."

Ihre andere Freundin hingegen sei vorsichtiger gewesen: "Erzähl niemandem davon. Vergiss es! Er hat 200 Anwälte. Er wird dich begraben."

Der New Yorker hat diese Aussagen der Freundinnen verifiziert. Videoaufnahmen von den Umkleidekabinen in Bergdorf Goodman, die den Vorfall be- oder widerlegen könnten, gebe es nicht.

Trump: "Ich habe diese Person in meinem Leben nie getroffen"

Präsident Trump ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen und antwortete mit einem Statment, welches das Weiße Haus am Freitag veröffentlichte. Er habe diese Person in seinem Leben noch nie getroffen, und doch wurde mit dem New Yorker Beitrag ein Foto abgedruckt, welches Präsident Trump, E. Jean Carroll und ihren damaligen Ehemann bei einer Party einige Jahre zusammen zeigt. Carroll versuche, ein neues Buch zu verkaufen, was ihre Motivation für die Anschuldigungen sei.

Falsche Verdächtigungen würden die Schwere "echter" Anschuldigungen verringern.

Die 16. Frau, die Trump sexueller Attacken beschuldigt

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Präsident Trump vorgeworfen wird, Frauen sexuell angegriffen zu haben. Der wohl bekannteste Vorwurf stammt von seiner eigenen Ex-Frau, die ihrem damaligen Mann vorwarf, sie vergewaltigt und ihr die Haare büschelweise ausgerissen zu haben. Als Trump seine Kandidatur als US-Präsident verkündete, zog sie die Aussagen jedoch wieder zurück.

Insgesamt sind es mittlerweile mindestens 16 Frauen, die dem US-Präsidenten vorwerfen, sie sexuell missbraucht oder angegriffen zu haben. Mindestens vier davon fallen in die gleiche Zeitspanne des Carroll-Vorfalls Mitte der Neunziger.

(be)

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