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US-Gericht kippt Strafzölle für türkische Stahlimporte

21.7.2020 10:30 Uhr, von Andreas Neubrand

Ein US-Gericht hat die Strafzölle für Stahl aus der Türkei niedergeschlagen. Türkische Exporteure begrüßen das Urteil.

In den Jahren 2018 und 2019 erhöhte die Regierung von Donald Trump die Zölle für türkischen Stahl um 50 Prozent. Für türkische Stahlexporteure bedeutet dies einen erheblichen Verlust. Nun hat der amerikanische Handelsgerichtshof die Entscheidung für rechtswidrig erklärt.

Türkische Exporteure zufrieden

Türkische Exporteure begrüßen das Urteil und werden nun Schadensersatzansprüche geltend machen. Ismail Gülle, Leiter der türkischen Exporteursversammlung (TIM), sagte, die Entscheidung sei richtig, komme aber spät.

Vor 2018 betrug die Stahllieferung in die USA 900 Millionen US-Dollar, danach fiel sie auf 271 Millionen Dollar. Ein Rückgang von 70 Prozent, erklärte er.

Trumps Willkür

Adnan Aslan, Leiter des türkischen Verbandes der Stahlexporteure, sagte, die türkischen Exporte hätten unter Trumps willkürlichen Entscheidung gelitten. Im Jahr 2017 betrug der Anteil der türkischen Exporte in die USA 15 Prozent, jetzt sind es nur noch rund 3 Prozent.

"Die Entscheidung von Donald Trump war willkürlich. Sie haben die Zölle auf Stahlimporte von 25 Prozent auf 50 Prozent angehoben, ohne die Meinung der Stahlindustrie einzuholen", sagte er. Auch das Argument der nationalen Sicherheit zählt nicht, da beide Länder Mitglied der Nato sind. Sollte die USA die Entscheidung des Gerichts nicht anerkennen, werde man die WTO anrufen, so Aslan.

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