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US-Demokraten leiten Untersuchungen zu Trump und Umfeld ein

4.3.2019 18:04 Uhr

Gegen den US-Präsidenten Donald Trump hat der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses eine umfangreiche Untersuchung zu möglichen Amtsmissbräuchen eingeleitet. Wie der Ausschussvorsitzende Jerry Nadler von den oppositionellen Demokraten am Montag in Washington mitteilte, wurden im Rahmen der Untersuchung bereits Dokumente von 81 Organisationen und Einzelpersonen angefordert. Darunter sind Trumps Söhne Donald junior und Eric, die seit seinem Amtsantritt den Trump-Konzern leiten, sowie sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner.

Nadler erklärte, mit der Untersuchung solle der von Trump ausgehenden Bedrohung für die Rechtsstaatlichkeit entgegengetreten werden. Der Präsident greife nahezu täglich die "grundlegenden gesetzlichen, ethischen und verfassungsmäßigen Regeln und Normen" an. Dafür sei er in den vergangenen Jahren vom Kongress nicht zur Rechenschaft gezogen worden.

Auch Attacken gegen die Medien werden untersucht

Die Demokraten hatten zu Jahresbeginn Trumps Republikaner als Mehrheitspartei im Repräsentantenhaus abgelöst.

Als Feld der Untersuchung nannte Nadler unter anderem den Verdacht, dass sich Trump in eine Reihe von juristischen Prozeduren eingemischt habe, sowie die mögliche Ausnutzung seines Amtes für den persönlichen Profit und Verstöße gegen Wahlkampffinanzierungsgesetze. Auch Trumps öffentliche Attacken auf die Medien und das Justizwesen sollen demnach untersucht werden.

Schutz für die Arbeit von Sonderermittler

Der Justizausschuss will dem Oppositionsabgeordneten zufolge mit seinen Nachforschungen die Arbeit des Sonderermittlers Robert Mueller ergänzen. Dieser untersucht seit Mai 2017 unter anderem mögliche illegale Absprachen zwischen den Trump-Team und Moskau im Wahlkampf 2016 und mögliche spätere Versuche des Präsidenten, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu torpedieren. Allgemein wird in Washington davon ausgegangen, dass sich Mueller mit seiner Untersuchung dem Ende nähert.

"Wir müssen die Arbeit von Sonderermittler Mueller schützen und respektieren, aber wir können uns nicht auf Andere verlassen, damit sie die Untersuchungsarbeit für uns tun", erklärte Nadler. Die Aufgabe des Justizausschusses sei umso dringlicher, als das Justizministerium Muellers Abschlussbericht womöglich unter Verschluss halten wolle, betonte er.

(be/dpa)