AFP

US-Amerikaner bevorzugen "Schöne Festtage" - weil Trump es hasst?

22.12.2018 18:19 Uhr

Auch wenn US-Präsident Donald Trump den Weihnachtsgruß in den USA gerne überall hören würde, sperren sich besonders die jungen US-Bürger diesem traditionellen Gruß. Aber er wird derzeit eher andere Sorgen haben - den Shutdown in den USA.

Der Gruß "Frohe Weihnachten" ist in den USA nicht mehr in aller Munde. Stattdessen sagt die Mehrheit der jungen US-Bürger zur Vermeidung von Diskriminierungen laut einer Umfrage lieber "Schöne Festtage" - und unterscheidet sich darin klar von Präsident Donald Trump. In einer Umfrage des Instituts Marist, die der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender NPR am Freitag (Ortszeit) veröffentlichte, gaben 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, dass sie die Formulierung "Schöne Festage" vorzögen.

Bei älteren US-Bürgern ist hingegen "Frohe Weihnachten" der Umfrage zufolge geläufiger: 59 Prozent der 30- bis 44-Jährigen verwenden diese Formulierung, bei den über 60-Jährigen sind es sogar 68 Prozent. Trump hatte vergangenes Jahr an Heiligabend ein flammendes Plädoyer gegen politische Korrektheit bei den Weihnachtswünschen gehalten: "Die Leute sind stolz darauf, wieder Frohe Weihnachten sagen zu können", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er sei stolz darauf, gegen "den Angriff auf unsere geschätzte und schöne Formulierung" vorgegangen zu sein.

Donald Trump auf Twitter

Die sogenannten Millennials, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, wollen laut NPR mit der neutraleren Formulierung "Schöne Festtage" verhindern, dass sich Nicht-Christen diskriminiert fühlen. Die 23-jährige Juliet McFadden aus Boston sagte etwa auf NPR, gerade bei kurzen Unterhaltungen etwa mit Taxifahrern oder Verkäufern sei es "einfach leichter, inklusiver zu sein".

Die Journalistin Julia Ioffe schrieb am Freitag in der "Washington Post": "Hört auf, mir Frohe Weihnachten zu wünschen!" Sie feiere dieses Fest als Jüdin nun einmal nicht. "Es ist ein Gefühl der Einsamkeit, jeden Winter tausend Mal daran erinnert zu werden, dass das dominierende kulturelle Ereignis in den USA ohne mich stattfindet", beklagte sich Ioffe.

(ce/afp)