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Urteil gegen US-Reporterin Ayla Albayrak in der Türkei gekippt

15.11.2018 8:04 Uhr, von Chris Ehrhardt

Am Dienstag, 14. November 2018, hat ein Gericht in der Türkei ein zuvor gesprochenes Urteil von zwei Jahren und einem Monat gegen die ehemalige Journalistin vom amerikanischen Wall Street Journal (WJS), Ayla Albayrak, aufgehoben. Dies wusste die Journalistin, die türkische und finnische Staatsbürgerin ist, auf ihrem Twitterkanal zu bestätigen. Frau Albayrak war 2017 wegen Terrorpropaganda verurteilt worden.

Ayla Albayrak: "Erleichterung für mich und meine Familie"

Dass das Gericht das Urteil aus dem 2017 kassiert hat, sorgte bei Ayla Albayrak für Entspannung. Sie quittierte das mit den Worten: "Diese Entscheidung ist eine Erleichterung für mich und meine Familie". Sie äußerte allerdings auch Zweifel daran, ob die Aufhebung des Urteils gegen sie, das sie als "schwarze Komödie" bezeichnete, als Zeichen einer verbesserten Pressefreiheit in der Türkei zu werten sei.

Ausschlaggebend für das vorherige Urteil, welches nun keinerlei Bestand mehr hat, war ein Artikel von Ayla Albayrak, den sie im Jahr 2015 verfasst hatte. Dabei wurde von ihr der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK, die in Deutschland seit 1998 als "kriminelle Vereinigung" geführt wird, beleuchtet.

Türkei und USA weiter auf Entspannungskurs?

Da Ayla Albayrak auch als Journalistin für das Wall Street Journal tätig war und die USA sich vehement für die Freilassung und Rehabilitierung ihrer Journalisten einsetzt, steht zu erwarten, dass sich das angespannte Verhältnis zwischen den USA und der Türkei durch den Freispruch weiter entspannt. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Freilassung und folgende Ausreise von Pastor Andrew Brunson im Oktober dieses Jahres. Brunson wurde zwar in der Türkei wegen Terrorpropaganda verurteilt, konnte aber umgehend nach dem Urteilsspruch die Türkei in Richtung USA verlassen. Zeitnah nach der Ausreise von Brunson wurden Sanktionslisten in beiden Ländern "bereinigt", auf denen sich je zwei Minister aus den USA und der Türkei befanden.

Eine Reaktion auf den Freispruch von Ayla Albayrak über den Twitterkanal von US-Präsident Donald Trump steht bis jetzt noch aus.