epa/Chris Kleponis

Ursprung des Coronavirus noch unklar

9.5.2020 6:59 Uhr

Mike Pompeo, der amerikanische Außenminister, hat eingeräumt, dass die Frage des Ursprungs der Corona-Pandemie nicht geklärt ist. Mit Blick auf den Vorwurf, das Virus stamme aus einem Forschungslabor in der chinesischen Stadt Wuhan, sagte Pompeo am Mittwoch in Washington: "Wir haben keine Gewissheit, ob es in dem Labor oder anderswo begann."

Gleichzeitig gebe es "signifikante" Belege dafür, dass jenes Labor der Ausgangsort für die Pandemie sei. Beide Aussagen seien zutreffend, es gebe hier keinerlei Widerspruch, versicherte er mit Blick auf unterschiedliche Angaben aus der US-Regierung zu dieser Frage.

"Wir versuchen die richtige Antworten zu finden"

"Wir versuchen alle, die richtigen Antworten zu finden", betonte er. Und an verschiedenen Stellen gebe es eben verschiedene Grade von Gewissheit in dieser Hinsicht. Das sei vollkommen angemessen, sagte Pompeo und warf Journalisten vor, sie wollten hier einen Widerspruch zwischen verschiedenen Regierungsstellen konstruieren.

Pompeo hatte bereits am Wochenende dem US-Sender ABC gesagt, es gebe signifikante Belege, dass die Krise in jenem Labor in Wuhan ihren Anfang genommen habe. Auf Nachfrage sagte er, er dürfe sich zu Details nicht äußern. Auch US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach behauptet, er habe Hinweise, dass die Pandemie ihren Ursprung in jenem Labor habe.

Viele Fragen sind noch offen

Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, hatte dagegen am Dienstag erneut deutlich gemacht, dass viele Fragen mit Blick auf den Ursprung des Virus noch nicht geklärt seien. Die Beweislast deute bislang darauf hin, dass das Virus nicht künstlich erzeugt und der Ausbruch wahrscheinlich auch nicht absichtlich herbeigeführt worden sei. Die Antwort auf die Frage, ob das Virus aus dem Institut für Virologie in Wuhan, von einem Tiermarkt oder ganz woanders herstamme, laute: "Wir wissen es nicht."

China weist die Anschuldigungen aus Washington vehement zurück. Diese belasten das Verhältnis zwischen China und den USA zusehends. Der chinesische Botschafter in den USA, Cui Tiankai, rief die US-Regierung am Mittwoch einem Gastbeitrag für die "Washington Post" dazu auf, die Schuldzuweisungen zu beenden. Dies helfe in der Krise nicht, sondern behindere den Kampf gegen das Virus.

(an/dpa)

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