imago images / Ralph Peters

Urlaubsrückkehrer sollen laut RKI für 40 Prozent der Corona-Neuinfektionen sorgen

19.8.2020 14:11 Uhr

Die Zahl der Neuinfizierten steigt – und damit auch laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Personenzahl, die vermuten, sich das Coronavirus im Urlaub zugezogen zu haben. Fast 40 Prozent der neuen Infektionsfälle melden bei einem positiven Testergebnis, dass sie glauben, im Urlaub infiziert worden zu sein. Zahlen, die nicht nur das RKI und die Gesundheitsämter erschrecken.

Dass der Urlaub in der Corona-Zeit nicht unproblematisch sein würde, das stand bereits zu befürchten. Doch die letzten Wochen zeigten wahrscheinlich ein trügerisches Bild der "Ruhe". Nun sehen die Gesundheitsämter und dadurch auch das RKI signifikante Steigerungsraten bei Corona-Infektionen, die wahrscheinlich aus dem Urlaub eingeschleppt wurden. Die prozentualen Fallzahlen in diesem Segment schnellen nach oben, verdoppelten sich in zwei Wochen. Was mit 21 Prozent vor 14 Tagen anfing, ging vergangene Woche auf 34 Prozent hoch und liegt aktuell bei 39 Prozent.

Führend bei den Landesnennungen zur möglichen Infektion mit dem Virus sind in alphabetischer Reihenfolge Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, der Kosovo, Kroatien sowie die Türkei. Ist das ein Grund zur Panik, wenn man im Umfeld erfährt, jemand war trotz Coronavirus im Urlaub? Bisher noch nicht, denn das RKI vermeidet Zahlennennungen, welchen Gesamttestanteil die Reiserückkehrer ausmachen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass gerade aus Reisegebieten rückkehrende Menschen häufiger dazu neigen, mit einem Test Sicherheit zu schaffen. Reisende, die seit dem 12. August aus der Türkei nach Deutschland möchten, müssen bereits vor Flugantritt einen negativen PCR-Test vorweisen können, sonst wird ihnen der Zutritt in den Flieger verwehrt.

Mahnendes Beispiel muss aber das Bundesland Bayern sein, welches gerade erst die Sommerferien angetreten hat. Hier kam ein Reisender von der Italienreise zurück und wohnte einer Geburtstagsfeier mit 100 Menschen bei. Der Partygast war positiv. Ergebnis: 120 Menschen aus Bodenwöhr befinden sich in Quarantäne. Da verwundert es nicht, dass aus der Politik der Ruf nach schärferen Maßnahmen kommt. So plädiert Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, dafür, Doppeltests als Auflage zu verkünden. Test eins und nach fünf bis sieben Tagen die zweite Testrunde. Danach erst würde es Sicherheit geben, ist der Mensch virenfrei. Das soll auf der nächsten Sitzung der Ministerpräsidenten Thema werden.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.