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Unwirksam: Katholisches Krankenhaus darf Chefarzt wegen Wiederheirat nicht kündigen

20.2.2019 15:04 Uhr

Ein Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus gefeuert worden, nachdem er nach seiner Scheidung erneut geheiratet hatte. Das Bundesarbeitsgericht entschied: das geht so nicht.

Dies entschied am Mittwoch das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Der katholische Arzt sei gegenüber seinen nicht katholischen Kollegen unzulässig benachteiligt worden. (Az. 2 AZR 746/14)

Der Arzt hatte sich 2008 scheiden lassen und danach erneut standesamtlich geheiratet. Laut Arbeitsvertrag war er verpflichtet, die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre zu beachten. Die katholische Klinik sah in der Wiederheirat einen Verstoß gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten.

Rückendeckung vom Europäischen Gerichtshof

Das BAG erklärte die Kündigung bereits 2011 für unwirksam. Unter Hinweis auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen hob das Bundesverfassungsgericht dieses Urteil auf. Im zweiten Durchlauf holte sich das BAG Rückendeckung beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

Danach hielten die Erfurter Richter nun an ihrer ursprünglichen Entscheidung fest. Bei evangelischen oder konfessionslosen Ärzten habe die Klinik eine Wiederheirat akzeptiert.

(be/afp)