dpa

Unschuldsvermutung - Hinrichtung in Texas gestoppt

17.11.2019 8:51 Uhr

Da war dem Gericht wohl das Risiko zu hoch, einen möglicherweise Unschuldigen hinrichten zu lassen. In den USA hat nun ein Gericht dafür gesorgt, dass die bereits terminierte Hinrichtung von Rodney Reed gestoppt wird. Reed wurde zum Tode verurteilt, weil er angeblich 1996 eine Frau vergewaltigt und ermordet haben soll. Wegen erheblicher Zweifel an der Schuld kann es sein, dass der Verurteilte, der seit 1998 in der Todeszelle sitzt, ein neues Verfahren erhält.

In einem aufsehenerregenden Kriminalitätsfall in den USA hat ein Gericht im Bundesstaat Texas die geplante Hinrichtung eines verurteilten Mörders vorerst gestoppt. Das teilte die Organisation Innocence Project, die den Betroffenen Rodney Reed vertritt, am Freitagabend (Ortszeit) mit. Demonstranten hatten am Mittwoch im texanischen Bastrop die Freilassung und ein neues Verfahren für den 51-Jährigen gefordert. Auch Politiker, Prominente - darunter Reality-Star Kim Kardashian - und der EU-Botschafter in den USA hatten sich in den Fall eingeschaltet. Eine Petition verzeichnete mehr als 2,9 Millionen Unterschriften.

Reed beteuert, es kam zu einvernehmlichem Sex

Rodney Reed sitzt nach Angaben von Innocence Project seit 1998 wegen des Mordes an einer jungen Frau 1996 in der Todeszelle. Am kommenden Mittwoch hätte er hingerichtet werden sollen. Der EU-Botschafter in den USA, Stravros Lambrindis, hatte den Gouverneur von Texas, Greg Abbott, aufgerufen, Reed zu begnadigen. Die Beweislage in dem Fall werfe "erheblichen Zweifel an seiner Schuld auf", schrieb Lambrindis am 30. Oktober in einem Brief.

Reed beteuert seine Unschuld. Dass seine DNA an dem Mordopfer gefunden wurde, erklärt er mit einer Affäre mit der Frau und einvernehmlichem Sex am Tag der Ermordung. Seine Anwälte fordern, dass die Tatwaffe auf DNA von Reed hin überprüft werde. Sie verweisen auf Zeugen, die den Verlobten der Frau als mutmaßlichen Täter in den Fokus rücken. Der falsche Mann sei in die Todeszelle gekommen, hatte Anwalt Bryce Benjet am Dienstag erklärt.

(ce/dpa)

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