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Unschuldig im Todestrakt? Protest gegen Todesstrafe in den USA

14.11.2019 23:47 Uhr

Rodney Reed soll am Mittwoch in Texas wegen Mordes hingerichtet werden. Doch es gibt Zweifel an seiner Schuld. Millionen machen sich für seine Freilassung stark.

Demonstranten forderten am Mittwoch im texanischen Bastrop die Freilassung und ein neues Verfahren für den 51-Jährigen - doch der Aufschrei geht darüber hinaus.

Politiker, Prominente und der EU-Botschafter in den USA haben sich eingeschaltet. Eine Petition verzeichnete mehr als 2,9 Millionen Unterschriften.

Seit 1998 in der Todeszelle

Rodney Reed sitzt nach Angaben der Organisation Innocence Project, die ihn vertritt, seit 1998 wegen des Mordes an einer jungen Frau 1996 in der Todeszelle. Am Mittwoch soll er hingerichtet werden. Texas gehört zu den 25 US-Staaten, in denen es die Höchststrafe noch gibt. In vier weiteren ist sie per Dekret ausgesetzt.

Der EU-Botschafter in den USA, Stravros Lambrindis, rief den Gouverneur von Texas, Greg Abbott, auf, Reed zu begnadigen. Die Beweislage in dem Fall "wirft erheblichen Zweifel an seiner Schuld auf", schrieb Lambrindis am 30. Oktober in einem Brief. Eine Antwort habe es nicht gegeben, erklärte ein Sprecher der EU-Vertretung am Donnerstag auf Anfrage.

Verlobter der mutmaßliche wahre Täter?

"Zweifelsohne wurde der richtige Mann verurteilt", sagte die Staatsanwältin Lisa Tanner dem TV-Sender Abc. Reed beteuert seine Unschuld. Dass seine DNA an dem Mordopfer gefunden wurde, erklärt er mit einer Affäre mit der Frau und einvernehmlichem Sex am Tag der Ermordung. Seine Anwälte fordern, dass die Tatwaffe auf DNA von Reed hin überprüft werde. Sie verweisen auf Zeugen, die den Verlobten der Frau als mutmaßlichen Täter in den Fokus rücken. Der falsche Mann sei in die Todeszelle gekommen, erklärte Anwalt Bryce Benjet am Dienstag.

Selbst Republikaner sind gegen die Hinrichtung - vorerst

"Wie können Sie einen Mann hinrichten, wenn seit seinem Prozess substanzielle Beweise vorliegen, die Rodney Reed entlasten", schrieb Reality-Star Kim Kardashian auf Twitter. "Gemeinsam können wir sein Leben retten, aber die Zeit läuft ab", erklärte der frühere texanische Abgeordnete der Demokraten, Beto O´Rourke. Der republikanische Senator Ted Cruz forderte einen Aufschub für die Hinrichtung, um Beweise zu prüfen. "Wenn er schuldig ist, sollte das Urteil vollstreckt werden. Aber wenn er unschuldig ist, sollte er befreit werden."

(be/dpa)

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