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UNO: Rebellen-Rückzug aus Hodeidas Hafen hat begonnen

29.12.2018 17:37 Uhr

Wie vereinbart, verließen die ersten Kämpfer der Houthi-Rebellen nach Mitternacht den Hafen von Hodeida, der "Lebensader" des bitterarmen Jemens.

Ein Huthi-Sprecher sagte der von den Rebellen betriebenen Nachrichtenagentur Saba, die "erste Phase" des Abzugs aus Hodeida habe begonnen. Die Rebellen hielten aus Anlass ihres Abzugs eine Zeremonie ab. Es wird erwartet, dass auch regierungstreue Kräfte aus jenen Teilen der Stadt abziehen, die sie bei einer Offensive mit Unterstützung Saudi-Arabiens im Juni zurückerobert hatten.

Waffenruhe auf wackeligen Beinen

Die Konfliktparteien im Jemen hatten sich bei Friedensgesprächen in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthi-Rebellen kontrollierte westjemenitische Hafenstadt geeinigt, durch die ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land kommt. Auch der nun begonnene Abzug der Kämpfer aus der Stadt und dem Hafen von Hodeida war Anfang Dezember in Schweden vereinbart worden. Die Waffenruhe gilt seit dem 18. Dezember, war zunächst jedoch brüchig. Beide Seiten machten sich gegenseitig für die Verstöße verantwortlich. Ein Bewohner der Stadt sagte AFP am Telefon, zwischen Huthi-Rebellen und regierungstreuen Kräften habe es in der Nacht für kurze Zeit Schusswechsel gegeben. Am Samstagmorgen hätten Flugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition die Stadt überflogen.

UN-Beobachtermission vor Ort

Eine UN-Beobachtermission unter Leitung des niederländischen Ex-Generals Patrick Cammaert soll nun die Einhaltung der Waffenruhe überwachen. Cammaert war am Samstag vergangener Woche im Jemen eingetroffen. Am Mittwoch kam er in Hodeida zu ersten Gesprächen mit Vertretern von Regierung und Rebellen zusammen. Im Jemen herrscht seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Menschenrechtsgruppen zufolge könnte die Zahl der Toten sogar 50.000 betragen. Laut den Vereinten Nationen herrscht in dem Land die schlimmste humanitäre Krise weltweit.

(be/afp)