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Unliebsame Fragen: Maduro lässt Fernsehteam festhalten

26.2.2019 9:15 Uhr

Ein Fernsehteam sei im venezolanischen Präsidentenpalast festgehalten worden, nachdem Präsident Maduro deren Fragen nicht gefallen haben. Erst nach drei Stunden kamen sie frei. Einer der Reporter habe Maduro mit seinen Fragen verärgert, so das Team.

Maduro hätten die Fragen in einem Interview nicht gefallen, berichtete der spanischsprachige US-Fernsehsender Univision am Montag (Ortszeit). Er habe das Interview daraufhin abgebrochen, die Ausrüstung der sechsköpfigen Crew beschlagnahmt und die Journalisten im Präsidentenpalast festgesetzt.Das Team unter der Leitung von Reporter Jorge Ramos sei erst nach fast drei Stunden wieder freigelassen worden, erklärte Univision.

Im Müll wühlende Kinder

Ramos berichtete, er habe dem venezolanischen Präsidenten in dem Interview Aufnahmen gezeigt, auf denen zu sehen war, wie Kinder auf der Suche nach etwas Essbarem im Müll wühlen. "Ich fragte ihn, ob er ein Präsident oder ein Diktator sei, weil Millionen von Venezolanern in ihm nicht den rechtmäßigen Präsidenten sehen", erklärte der Reporter. Daraufhin habe Maduro das Gespräch abgebrochen und sei gegangen.

Machtkampf spitzt sich zu

In Venezuela tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich vor einem Monat zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die Konfrontation spitzte sich am Wochenende dramatisch zu, als Venezuelas Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Oppositionsanhänger vorgingen, die versuchten, Hilfslieferungen aus dem Ausland ins Land zu holen. An der Grenze zu Brasilien wurden vier Menschen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften getötet. An der Grenze zu Kolumbien wurden hunderte Menschen verletzt.

270 Sicherheitskräfte desertiert

Maduro kann sich bislang weitgehend auf den Rückhalt des venezolanischen Militärs stützen. Nach Angaben der kolumbianischen Einwanderungsbehörde sind in den vergangenen Tagen allerdings 270 venezolanische Sicherheitskräfte desertiert. Die Armee ist ein wichtiger Machtfaktor in dem südamerikanischen Krisenstaat.

(be/afp)