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Uni Kiel - Vollverschleierung verboten

13.2.2019 14:59 Uhr

Als Folge des Konflikts mit einer Studentin hat die Kieler Christian-Albrechts-Universität Ende Januar ein Verbot der Vollverschleierung für Lehrveranstaltungen und Prüfungen erlassen. Die politischen Reaktionen auf die Entscheidung des Hochschulpräsidiums fallen dabei sehr unterschiedlich aus.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßte den Beschluss des Präsidiums gegenüber der Zeitung und kündigte an, das Tragen von Gesichtsschleiern in Schulen ihres Bundeslands per Gesetz zu verbieten. Kritik an der Entscheidung übten die Grünen, die in Schleswig-Holstein mit CDU und FDP eine Dreierkoalition bilden.

"Eine freiheitlich demokratische Gesellschaft darf Menschen nicht aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen und Ausdrucksweise von staatlichen Bildungseinrichtungen ausschließen", erklärte der Hochschulexperte der Grünen im Kieler Landtag, Lasse Petersdotter.

Verschleierung als Zeichen der Unterdrückung

Die FDP lobte den Beschluss dagegen. "Das Tragen von Burka oder Niqab ist kein Ausdruck von Weltoffenheit, sondern ein Zeichen der Unterdrückung von Frauen", teilte deren Experte Christopher Vogt mit.

Bereits Anfang 2017 hatte sich der Deutsche Hochschulverband für ein Verbot von Ganzkörperverschleierungen in Lehrveranstaltungen ausgesprochen. Dieses sei etwa mit Blick auf die Arbeitsabläufe, die Identifizierung von Prüflingen sowie die Bedeutung von nonverbaler Kommunikation beim Lehren und Lernen nötig und vertretbar.

(sis/afp)

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