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Unhaltbare Zustände in libyschen Migranten-Lager

13.9.2019 13:16 Uhr

Entsetzliche Zustände und willkürliche Internierungen in einem libyschen Migrantenlager hat Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres) nun beklagt. Sie forderte am Freitag, im Mittelmeer aufgenommene Migranten nicht mehr in das nordafrikanische Bürgerkriegsland zurückzubringen. Libyen ist eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge, die über den Seeweg nach Europa wollen.

Die Räume in dem Lager der international anerkannten Regierung in der Stadt Sintan seien nicht belüftet, Duschen und Toiletten in einem erbärmlichen Zustand, erklärte Christoph Hey, MSF-Projektkoordinator im Westen Libyens, in Berlin. Die Wasserversorgung funktioniere nur teilweise. Alle insgesamt rund 600 Flüchtlinge und Migranten in dem Lager würden willkürlich festgehalten.

22 Menschen an Tuberkulose gestorben

MSF hat dort nach eigenen Angaben im Juni angefangen, medizinische Hilfe zu leisten. In den Monaten zuvor seien 22 Menschen gestorben, die meisten von ihnen vermutlich an Tuberkulose. Noch immer litten rund 70 Menschen an der Infektionskrankheit. Die Enge und die schlechten Bedingungen machten die Menschen besonders anfällig.

So seien in einem Raum 45 Somalier auf 70 Quadratmetern untergebracht. "Sie sehen die ganze Woche kein Tageslicht und haben keine frische Luft", erklärte Hey. "Die einzige Toilette und die einzige Dusche in diesem Raum sind durch die Überbeanspruchung die Hälfte der Zeit defekt."

(an/dpa)

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