dpa

Unfallfahrer "am Boden zerstört"

8.1.2020 19:47 Uhr

Betrunken raste der 27-jährige Unfallfahrer von Südtirol in einer Gruppe junger Menschen, sieben starben. Vor dem Haftrichter brach der Fahrer mehrmals in Tränen aus.

Vorerst solle der Mann in Haft bleiben. Das ergebe sich aus der Schwere des Unfalls mit sieben Toten, sagte Richter Emilio Schönsberg vom Landesgericht Bozen der Deutschen Presse-Agentur. Die Anwälte des 27 Jahre alten Südtirolers hätten keinen Antrag auf Hausarrest gestellt.

Der Fahrer hatte zuvor laut Anwalt eingeräumt, zu viel getrunken zu haben und das Unglück zu bereuen. "Er ist am Boden zerstört", sagte sein Anwalt Alessandro Tonon der dpa. Das Verhör hätte unterbrochen werden müssen, weil der psychische Zustand seines Mandanten so schlecht sei.

Es drohen bis zu 18 Jahre Haft

Bei dem Unfall in dem Ort Luttach kamen am Sonntag sieben junge deutsche Skiurlauber ums Leben. Der Beschuldigte hatte nach Angaben der Polizei fast 2 Promille Alkohol im Blut. Dem 27-Jährigen wird mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Zum derzeitigen Gesundheitszustand des Fahrers machte der Richter keine Angaben. Er sei mehrmals aus Verzweiflung in Tränen ausgebrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Anwälte.

Fragiler psychischer Zustand

Diese gingen davon aus, dass es besser sei, den Mann wegen seines fragilen Gesundheitszustandes in Haft statt in Hausarrest unterzubringen. Anwalt Tonon konnte auf Nachfrage nicht bestätigten, dass der Fahrer wegen Suizidgefahr rund um die Uhr Beruhigungsmittel bekomme.

Ermittelt werden muss unter anderem, wie schnell der Mann unterwegs war, als er die Reisegruppe erfasste. Sechs Menschen waren auf der Stelle tot, eine Frau starb einen Tag später in einem Krankenhaus in Innsbruck. Am Mittwoch waren noch zwei Verletzte auf der Intensivstation, einer davon im kritischen Zustand, sagte eine Sprecherin des Südtiroler Sanitätsbetriebes.

Offiziell wurde die Identität der Toten bisher nicht bekannt gemacht. Die meisten stammen aus Nordrhein-Westfalen.

(be/dpa)

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